Gerichtszentrum am Oberbilker Markt: Umzug der Justiz verzögert sich
VON MICHAEL BROCKERHOFF UND WULF KANNEGIESSER - zuletzt aktualisiert: 30.04.2009 - 08:17Düsseldorf (RPO). Wegen der langen Wintermonate wird das neue Gerichtszentrum am Oberbilker Markt nicht wie geplant Anfang Dezember fertig. Es wird voraussichtlich erst Ende Februar 2010 eröffnet. Der Ablauf der Sitzungen ist nicht gefährdet.
Seit Monaten rüstet die Justiz zum Aufbruch. Aus dem Altstadtgericht an der Mühlenstraße soll es in das neue Justizzentrum in Oberbilk gehen. Die Kartons müssen aber noch eine Weile stehen bleiben: Denn das neue Gebäude an der Werdener Straße wird nicht fristgerecht bis zum 30. November fertig.
"Wegen des harten Winters mit den wochenlangen tiefen Temperaturen ruhte die Arbeit etwa sechs Wochen, die Verzögerung war nicht mehr aufzuholen", erklärte Hans-Gerd Böhme, Leiter der Düsseldorfer Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs des Landes (BLB), der das neue Zentrum baut. Der Beton der Wände sei durch den Frost so kalt gewesen, dass kein Putz haften konnte. Und auch die Kabel für die Leitungen in den Räumen hätten nicht von den Rollen abgezogen werden können, nannte Böhme einige Schwierigkeiten.
Der BLB erarbeitet zurzeit einen neuen Terminplan für den Umzug, der mit den Gerichten abgestimmt wird. "Wenn nicht Unvorhergesehenes mehr passiert, kann das Zentrum Ende Februar 2010 eröffnet werden", erklärte Böhme. In den Monaten davor könnten Teilumzüge organisiert werden. Es sei aber klar, dass die Gerichte bis zur Eröffnung im Februar am alten Standort arbeiten könnte.
Stefan Coners vom Amtsgericht nennt die Ansprüche der Justiz: "Wir legen natürlich Wert darauf, dass wir in ein Haus kommen, in dem auch technisch alles funktioniert." Zumal im Neubau auch deutliche strengere Sicherheitsstandards gelten sollen, als im Altbau. Ein gesicherter Gerichtsbetrieb parallel zu weiteren Innenausbauten gilt daher als undenkbar. Das war auch dem BLB klar. Er will daher die Bürogebäude vollständig ausgebaut haben, bevor sie offiziell eröffnet werden. Deshalb setzt er den Termin für Ende Februar an.
Hausintern wird der verschobene Umzug jedoch mit einem lachenden und einem weinenden Auge bewertet. Durch die Verzögerung gewinnen die Justizplaner einerseits mehr Luft für ihre Umzugsplanung, brauchen nicht vor Weihnachten zu packen. Andererseits hält der Zustand eines weitgehend ungesicherten Gerichtsbetriebes ohne ernsthafte Zugangskontrollen jetzt noch länger an. Und die schon halbgefüllten Umzugskartons müssen vermutlich nochmal ausgepackt werden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





