Düsseldorf: Uni ändert Studiengebühren
VON STEFANIE WINKELNKEMPER - zuletzt aktualisiert: 04.02.2010 - 08:11Düsseldorf (RPO). Die Studierenden haben sich durchgesetzt: Künftig ist nicht mehr das erste Semester beitragsfrei, sondern das Prüfungssemester. In der Summe profitieren vor allem Master-Studenten, weil zwei Prüfungsphasen kostenfrei bleiben. Der Asta spricht von einem "Riesenerfolg".
Die Mitglieder der Studierenden-Vertretung Asta sind euphorisch: "Das hat es seit der Einführung von Studiengebühren nicht geben", sagt der Vorsitzende Andreas Jentsch von den Jusos.
Ihn begeistert, dass das Rektorat der Heine-Universität in Sachen Studiengebühren einen Schritt auf die Hochschüler zugegangen ist. Ihr Antrag erzielte im Senat eine knappe Mehrheit. Damit ist beschlossen: Nicht mehr das erste Semester wird künftig freigestellt, sondern das Prüfungssemester im Bachelor ebenso wie im Master-Studium.
Jentsch rechnet vor: "Das heißt, dass wir für einen Master-Abschluss nach zehn Semestern nur noch 4000 Euro Studiengebühren zahlen." Der Betrag ergibt sich aus 500 Euro je Halbjahr, verbunden mit der Neuregelung, dass das sechste Semester des Bachelors und das vierte Semester beim Master beitragsfrei sein werden. Das gilt ab dem kommenden Wintersemester. "Diejenigen, die schon in den Genuss eines freien ersten Semesters kamen, werden allerdings nicht doppelt profitieren", erklärt Prorektor Ulrich von Alemann.
Die Universität hat eine Übergangsregelung getroffen. Die ersten Profiteure werden somit die Wechsler von anderen Hochschulen sein. In zwei Jahren greift der Beschluss für Master-Studenten, die im Wintersemester beginnen. "Der Master wird dadurch gestärkt", sagt Andreas Jentsch. Zudem werden die Studierenden im Examen entlastet, weil sie weniger für den Lebensunterhalt verdienen müssen.
Die Regelung ist unüblich: Schon das freie erste Semester war ein Alleinstellungsmerkmal der Universität Düsseldorf, die freien Prüfungssemester sind es allemal. Großzügig zeigt sich die Hochschule auch gegenüber den vier Studiengängen, die noch das Staatsexamen als Regelabschluss haben: Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Jura. Die Mediziner werden künftig im vierten und zehnten Semester von den Gebühren befreit. Um die kürzeren Studiengänge Jura und Pharmazie wurde länger verhandelt.
"Aber auch da waren wir spendabel", sagt von Alemann. Das Ergebnis ist ein viertes und achtes Frei-Semester. 13 der insgesamt 22 Mitglieder des Senats stimmten dafür. Da nur vier Studierenden-Vertreter in dem Gremium sitzen, ist der Erfolg um so höher zu bewerten.
Im Zuge des Bildungsstreiks hatten die Studenten einen Antrag auf Senkung der Gebühren gestellt. Aus dem Senat heraus entstand eine Arbeitsgruppe, die unter anderem damit argumentierte, dass zufriedene Studenten sich später stärker als Alumni für die Hochschule engagieren.
Natürlich erhofft sich die Universität aber auch einen Werbeeffekt. 18.000 Studierende sind das Ziel. Dazu fehlen rund 2000. "Unser Konzept, das erste Semester freizustellen, ist nicht so gut aufgegangen", gesteht von Alemann.
Der große Ansturm auf die Heine-Uni blieb aus. Stattdessen bemerkte das Rektorat, dass Einzelne die Gebührenfreiheit ausnutzten und sich nach dem ersten Semester wieder verabschiedeten. Im Gegensatz dazu soll die neue Regelung einen Klebe-Effekt erzeugen.
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