Kommunalwahl in Düsseldorf: Union holt 39 von 41 Bezirken
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 01.09.2009 - 08:26Düsseldorf (RPO). Die detaillierten Analysen zur Kommunalwahl zeigen, wo die einzelnen Parteien besonders stark sind. Jüngere, Ledige und Studenten wählen die Grünen, finanziell gut Gestellte CDU und FDP. Die höchstenWahlbeteiligungen wurden im ländlichen Norden und im Linksrheinischen verzeichnet.
Die Statistiker der Stadt haben gestern detaillierte Zahlen zur Kommunalwahl veröffentlicht.
Wählerstimmen Im Vergleich zu 2004 verzeichnet die CDU stadtweit zwar nur ein leichtes Minus von 1,9 Punkten auf 42,6 Prozent. Bei den absoluten Stimmen fällt der Verlust mit 17691 jedoch deutlich höher aus als 2004, als die Union im Vergleich zur Wahl 1999 4062 Stimmen verlor. Bei der SPD ist ein noch deutlicherer Abwärtstrend zu erkennen: Sie verlor im Vergleich zu 2004 sogar 23 641 Stimmen. Für die Grünen ergibt sich ein Stimmzuwachs von 835, die FDP kann sogar 6354 Stimmen mehr als beim letzten Mal für sich verbuchen. Die Linke hat 4114 Stimmen mehr als 2004.
Hochburgen Die CDU hat in fünf Wahlbezirken mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen; 2004 waren es noch neun. CDU-Hochburgen sind Grafenberg, Ludenberg und Hubbelrath sowie Kaiserswerth, Stockum, Lohausen, Angermund, Wittlaer und Kalkum. Ihr schwächstes Ergebnis holt die CDU mit 26 Prozent in Flingern Süd sowie in Friedrichstadt Ost (Bezirk 12), wo die Kandidatin der Union, Hildegard Kempkes, nur 28,1 Prozent holte und nur 32 Stimmen vor Dietmar Wolf, dem Kandidaten der Grünen lag (siehe Grafik).
Die SPD liegt in keinem Bezirk über 50 Prozent und erreicht nur in fünf Bezirken mehr als 30 Prozent der Stimmen. Ihr bestes Ergebnis haben die Sozialdemokraten in Lierenfeld mit 42,3 Prozent und Alt-Eller (33,9%). In ihren traditionellen Hochburgen Flingern Süd, Gerresheim Süd und Garath Ost schneidet die SPD nach wie vor relativ gut ab, muss aber etwa in Flingern Süd enorme Stimmverluste hinnehmen.
Die Grünen sind auch diesmal stark in Innenstadt- und Uni-nahen Wahlbezirken wie Friedrichstadt und Unterbilk, wo sie deutlich über 20 Prozent holen und nach der CDU zweitstärkste Kraft werden. Die FDP kann in allen Wahlbezirken zulegen – am meisten in Oberkassel Ost/ Niederkassel mit einem Plus von 7,1 Prozentpunkten, in Kaiserswerth/ Lohausen/ Stockum (plus 7,1 Punkte), wo sie mit 14,6 Prozent auch ihr drittbestes Ergebnis holte, und in Düsseltal Südwest/ Flingern West (plus 6 Punkte). Besonders gut schneidet die FDP in Oberkassel Ost/ Niederkassel (17,2 %) und Lörick/ Oberkassel Nordwest (15,1%) ab. Die Linke punktet vor allem in Flingern Süd (11,6%)und Friedrichstadt Ost (10,4 %).
Wählerschichten Die CDU ist besonders stark in Stadtteilen, die durch Einfamilienhäuser, wenige Arbeitslose, ältere Bewohner und eine hohe Quote an Verheirateten geprägt sind. Die SPD holt ihre besten Ergebnisse in Stadtteilen mit relativ junger Bevölkerung, vielen Ledigen und Geschiedenen, geringer Wohnfläche pro Person und einer relativ hohen Quote an (Langzeit-) Arbeitslosen. Die starken Grünen- Bezirke sind geprägt durch einen hohen Anteil an Jüngeren, Ledigen und Studenten. Die Bezirke, in denen die FDP stark ist, ähneln in ihrer Struktur denen der CDU. In Stadtteilen, in denen die Linkspartei die meisten Stimmen holte, sind auch die SPD und die Grünen stark.
Wahlbeteiligung Mit 44,6 Prozent lag die Wahlbeteiligung so niedrig wie noch nie bei einer Kommunalwahl – mit Ausnahme der OB-Wahl 2008 (38,5%). Erstmals ist in allen Wahlbezirken eine sinkende Wahlbeteiligung zu verzeichnen. Die meisten gingen in den klassischen bürgerlichen Bezirken zur Wahl: in Angermund (60,2 %), Oberkassel und Niederkassel (56 %) sowie Kaiserswerth (55,6 %). Die wenigsten Wähler wurden in Oberbilk (31,9%) und Flingern Süd (32 %) gezählt.
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