Mädchen nahm sich beinahe das Leben: Vater verprügelt Dealer der Tochter
zuletzt aktualisiert: 27.05.2008 - 08:27Düsseldorf (RPO). Im Drogenrausch hätte sich eine 15-jährige Schülerin Anfang 2007 beinahe das Leben genommen. Nur mit Polizeihilfe konnte ihr Vater das Mädchen damals gerade noch davon abhalten, von einer Brücke zu springen.
Den Grund für diesen Ausraster glaubte der 37-jährige Vater rasch zu kennen: Ein jugendlicher Drogendealer soll der Schülerin einen gepanschten Haschisch-Joint angedreht haben.
Mit mehreren Bekannten zog der Vater daher los, in einem Waldstück wurde der Rauschgifthändler verprügelt. Gestern standen der Vater und zwei seiner Komplizen dafür selbst vor dem Amtsgericht. Die Anklage: gefährliche Körperverletzung.
Vor Gericht die Tat gestanden
Zu Prozessbeginn haben alle drei Angeklagten gestanden, bei der Prügel-Aktion dabei gewesen zu sein. Doch welcher von ihnen was genau gemacht hat, wer getreten oder zugeschlagen hat - das blieb umstritten. Sicher ist nur, dass der Drogendealer zwei Tage im Krankenhaus lag wegen Gehirnerschütterung und wegen mehreren Prellungen. Zwei jugendliche Angreifer sind inzwischen von Jugendgerichten abgeurteilt worden.
Doch zum gestrigen Prozess gegen den Vater der Schülerin und gegen zwei weitere Täter (22 und 23 Jahre alt) ist das Prügel-Opfer gar nicht erst erschienen. Angeblich soll der Vater der Schülerin bei der ganzen Aktion auch nicht selbst Hand angelegt, sondern nur dabei gestanden haben. Er wurde daraufhin (unter Einbeziehung einer früheren Verurteilung) zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.
Der Prozess gegen seine beiden Mit-Angeklagten geht am Freitag jedoch weiter. Sie sollen nach einer weiteren Anklage außerdem einen jungen Mann in ein Auto gedrängt und mit vorgehaltener Pistole zu einem Einbruch gezwungen haben. Auch habe eine junge Frau unter Drohungen auf eigene Kosten ein Auto anmieten müssen, das die Täter dann tagelang genutzt haben sollen.
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