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Hauptschulserie: Teil 10: Verantwortung stärken, Zukunft sichern

zuletzt aktualisiert: 15.02.2009 - 11:42

Was leisten die 14 Hauptschulen in der Landeshauptstadt? Wie bereiten sie die Schüler auf Beruf und Fortbildung vor? Die Rheinische Post zeigt die Schwerpunkte der städtischen Schulen. Heute die Graf-Recke-Straße und die Adolf-Reichwein-Schule.

Am pädagogischen Mittagstisch können die Jahrgänge fünf und sechs teilnehmen. Foto: Werner Gabriel

Eine ermutigende Lernatmosphäre soll die Schüler der Hauptschule Graf-Recke-Straße bei der Vorbereitung auf ihre Zukunft unterstützen. „Wir sind eine relativ kleine Schule und haben in engagiertes Kollegium. Hier kennt jeder jeden, das ist gut für das Klima“, sagt Schulleiterin Ingrid Drückes.

Keiner der Hauptschüler soll durch dieses soziale Netz fallen. Deshalb ist die Schule auch Teil des „Rather Modells“, das Schulverweigerer zurück in die Schulen bringen soll. Damit fängt die Schule schon früh an, die Schüler der Klassen 5 und 6 können an einem pädagogischen Mittagstisch teilnehmen.

Schwerpunkt: Sport

„Das richtet sich an diejenigen, bei denen wir schon früh die Befürchtung haben, dass sie zu Schulverweigerern werden“, erklärt die Schulleiterin. Die Kinder lernen dort, wie sie miteinander lernen, wie man auf andere Rücksicht nimmt und wie sie einander helfen. „Ein gutes soziales Klima ist gerade an einer Hauptschule wichtig, um erfolgreich den Unterricht zu gestalten“, findet Ingrid Drückes.

Wie man richtig und fair miteinander umgeht, lernen die Hauptschüler an der Graf-Recke-Straße auch bei einem der Schwerpunkte der Schule: Viel Wert wird auf Sport gelegt. Die Schüler nehmen an Tischtennistunieren teil, machen bei Schwimmwettkämpfen mit, und einige von ihnen laufen sogar den Düsseldorfer Marathon.

Auch in der Berufswahlvorbereitung wird auf jeden geachtet. In Klasse 9 gibt es die Berufsorientierung, Klasse 8 macht das Berufswahlcamp. Die Schüler der Klasse 10 absolvieren ein Langzeitpraktikum: Jeden Mittwoch gehen sie über mehrere Monate zu ihren Praktikumsstellen. Aber auch wer die Schule früh verlässt, erfährt Unterstützung. Bei dem Projekt „Was geht“ werden diejenigen betreut, die schon nach Klasse sieben oder acht abgehen. Drei Schulsozialarbeiter achten an der Hauptschule auf die Schüler und unterstützen sie in ihren Anliegen.

An der Adolf-Reichwein-Schule gilt der Grundsatz des Namensgebers: Für den Pädagogen Reichwein waren Bildung und Erziehung gleichwertig. Schule hat daher nicht nur die Aufgabe, Wissen zu vermitteln, sie muss die Schüler auf ihr Leben vorbereiten. Selbstbewusstsein ist dafür wichtig. „Schule sollte ein Raum sein, in dem die Schüler sich wohl fühlen, in dem sie Selbstbewusstsein entwickeln“, so Schulleiter Rolf-Jürgen Bräer.

Um das zu erreichen, geben die Lehrer den Schülern Verantwortung. So unterhält die Schule eine Vogelvoliere, die Schüler pflegen und füttern die Tiere. „Das funktioniert sehr gut, selbst in den Ferien verteilen die Schüler die Dienste“, so Bräer. Bei der Hausaufgabenbetreuung helfen die Älteren den Jüngeren und in Kunstprojekten sollen die Jugendlichen eigene Stärken und Fähigkeiten erkennen.

Religiöse Feste berücksichtigen

Gezielt werden im Unterricht auch Computer genutzt. „Mit der Nutzung verschiedener Medien fördern wir die Berufsfähigkeit unserer Schüler“, so Bräer. Computerkurse sind selbstverständlich. Gleichzeitig fühlt sich die Schule in Oberbilk auch den Werten ihres Namenspatrons verpflichtet.

Als Widerstandkämpfer gegen das nationalsozialistische Regime steht Reichwein für Toleranz zwischen den Kulturen. „Die lässt sich bei uns auch durch die Vielzahl der Nationalitäten verwirklichen“, sagt der Schulleiter, „fremde Länder lernen wir nicht nur im Erdkunde-Unterricht kennen, sondern´auch im täglichen Umgang miteinander.“

Wie selbstverständlich werden religiöse Feste in den Alltag einbezogen. Weihnachten und Ostern werden gefeiert, doch auch der Ramadan wird nicht außer Acht gelassen. Gerade in dieser Zeit nimmt der Schulleiter Rücksicht auf muslimische Schüler: „Wir achten darauf, in diesen Wochen Schularbeiten nicht in die letzten Stunden zu verlegen, weil die muslimischen Schüler dann weniger leistungsfähig sind.“


 
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