Erstochene Frau in Düsseldorfer Hotel: Verdächtiger meldet sich bei Medien
VON S. GEILHAUSEN, C. SIEDENTOP UND P. STEMPEL - zuletzt aktualisiert: 22.01.2012 - 18:09Düsseldorf (RPO). Der Fall der getöteten Christina B., die erstochen im Hotel Radisson Blue am Medienhafen aufgefunden wurde, nimmt eine neue Wendung: Der tatverdächtige Freund der 25-Jährigen meldete sich mit einem Brief, der verschiedenen Medien zuging, darunter RP Online. Er bestreitet, die Frau getötet zu haben.
"Ich bin der "angebliche Begleiter" von der "angeblichen Escort-Dame" von Zimmer 610 Düsseldorfer Hafen-Hotel." So beginnt das Schreiben in einer E-Mail, die unserer Redaktion und anderen Medien am Sonntag zugegangen ist.
Allem Anschein nach ist es tatsächlich der Mann, den die Polizei bislang verdächtigt, die 25-Jährige am Freitag getötet zu haben. Über mehrere Seiten schildert er kenntnisreich Details zu dem spektakulären Fall. Als Motiv für sein Schreiben gibt er an, er wolle dazu beitragen, den wahren Täter zu fassen.
Er bestreitet, Christina B. getötet zu haben. Er sei auch kein Kunde der jungen Frau aus Rumänien gewesen, die laut Polizei beim einem Escort-Service gearbeitet haben soll, sondern ihr Freund.
Er habe ihr aufzeigen können dass es bessere Wege gebeb, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sie seien seit einigen Monaten ein Paar und wollten einen Neubeginn in Rumänien versuchen.
Die Staatsanwaltschaft hält sich offiziell mit Einschätzungen zurück, zweifelt jedoch an der Darstellung in dem Schreiben, der Täter sei ein unbekannter Dritter. Für sie ist nach wie vor der Mann der Hauptverdächtige, nach dem seit Freitag gefahndet wird. Demnach würde es sich bei dem Schreiben um relativ plumpes Ablenkungsmanöver handeln.
Weitere Auszüge aus der Mail des Unbekannten, der das Schreiben mit den Initialen A.D. beendet:
"Es ist richtig, dass Sie eine geraume Zeit für einen Escort-Service tätig war, aber dies war nicht von langer Dauer. Sie übte diese Tätigkeit ungewollt aus, um Ihrer Familie zu helfen."
Das Paar wollte nach seinen Angaben Deutschland verlassen, aus "Sicherheitsgründen" habe man die letzten Tage in einem Hotel verbringen wollen. Seinen Schilderungen zufolge befürchtete das Opfer, dass ihm etwas passieren könnte. Im Hotel geschah dann die Bluttat.
Der Unbekannte erklärt, dass er die junge Frau leblos im Schlafzimmer der Suite fand. Zuvor habe er Krach gehört. Plötzlich sei ein Mann auf ihn zugekommen "mit einem Messer in der Hand".
Christina B. sei zu diesem Zeitpunkt schon tot gewesen. "Ich war zu spät und habe meine große Liebe verloren", schreibt der Mann in seiner E-Mail.
Er sei nur geflüchtet, weil er unter Schock stand, erklärt er. Er wolle sich stellen, müsse aber erst seine Trauer verarbeiten.
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