Prognose von Stephan Harbort: Vermutlich zehn Serienmörder auf freiem Fuß
zuletzt aktualisiert: 13.06.2005 - 16:26Düsseldorf/Magdeburg (dto). Zehn Serienmörder laufen in Deutschland frei herum. Das vermutet der Düsseldorfer Kriminologe Stephan Harbort. Die Aufklärungsquote bei Serienmorden liege bei nur etwa 80 Prozent, sagte Harbort am Montag im MDR-Fernsehen in der Sendung "MDR um 12".
Bei Einzeltaten hingegen liege der Ermittlungserfolg bei 95 Prozent. Das schlechtere Ermittlungsergebnis bei Serienmorden sei darauf zurückzuführen, dass die Opfer dem Täter meist völlig fremd seien und er die Taten weit entfernt von seinem Wohnort verübe, so der Kriminologe weiter.
Das Ausmaß der Mordserien bliebe zudem lange im Dunkeln. Viele Täter würden ihre sämtlichen Verbrechen erst nach Jahren gestehen, aus Medienwirksamkeit und Aufmerksamkeitsbedürfnis. Nach Angaben Harborts sind Habgier und das Ausleben von Machtgefühlen die Haupttatmotive der Serienmörder. Triebhaftigkeit mache demgegenüber nur einen geringeren Anteil aus. Der Kriminologe widersprach zudem Einschätzungen, wonach Serienmörder überdurchschnittlich intelligent seien. Die Geistesfähigkeiten lägen im Schnitt der Bevölkerung.
Harbort hat im Zuge seiner Arbeit als Kriminologe und Buchautor nach MDR-Angaben selber 40 Serienmörder vernommen. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem die Buchtitel "Der Liebespaarmörder" und "Das Hannibal-Syndrom".
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