Prozess vor dem Landgericht: Verwirrte Frau wollte ihren Mann erstechen
zuletzt aktualisiert: 10.05.2010 - 08:55Düsseldorf (RPO). Sie wollte ihren Mann töten, um ungestört mit ihrem 83-jährigen Liebhaber leben zu können. Davon ist die Staatsanwaltschaft im Fall einer 52-jährigen Frau aus Flingern überzeugt und bringt die Mutter eines 18-jährigen Sohnes ab Freitag wegen versuchten Totschlags vor das Landgericht.
Mit Haft muss die Frau aber nicht rechnen. Da sie als geistig verwirrt gilt, soll sie in einer Psychiatrie-Klinik untergebracht werden.
Mit einem Küchenmesser, das sie in der Wohnung ihres Geliebten an der Albertstraße unter der Kleidung verborgen hatte, war die Frau im Oktober 2009 in ihre eheliche Wohnung im selben Haus zurückgekehrt. Nach Streit mit ihrem Mann (71) hat sie ihm die Klinge in Herzhöhe in die Brust gestoßen. Vor den Augen des gemeinsamen Sohnes und des Liebhabers sank der Verletzte damals zusammen. Weil das Messer aber abgerutscht war, geriet der Ehemann nicht in Lebensgefahr, sondern konnte Tage später aus der Klinik wieder entlassen werden.
Kurz danach hat der Verletzte seiner Frau verziehen, hat auch ihrem Umzug zum 83-jährigen Nachbarn zugestimmt und bei Gericht auf der Freilassung seiner Frau bestanden. Ihr Messerangriff sei nur eine "Fehlreaktion" gewesen. Besonders tragisch: Wohl in der Aufregung darüber, dass seine Frau nicht frei kam, erlitt der 71-Jährige Anfang 2010 einen Herzinfarkt, an dem er gestorben ist.
Laut Gutachten leidet die Frau unter Verfolgungswahn, Halluzinationen, Angstzuständen, spricht mit Toten oder erfundenen Personen und war zur Tatzeit schuldunfähig. Weil sie in diesem Zustand jedoch als gemeingefährlich gilt, soll sie dauerhaft in einer Klinik bleiben. Für die Verhandlung darüber hat das Landgericht vier Prozesstage bis Anfang Juni eingeplant.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







