Dringlichkeitsbeschluss: Victoria: Das Grundstück ist verkauft
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 17.10.2007 - 08:10Düsseldorf (RPO). Die Stadt schafft Fakten: Mit einem Dringlichkeitsbeschluss hat Oberbürgermeister Joachim Erwin gemeinsam mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann (Fraktionsvorsitzende der FDP im Rat) jetzt den Verkauf des Parkplatzes Fischerstraße an die Victoria-Versicherung auf den Weg gebracht. Montagabend unterzeichneten die beiden ein entsprechendes Papier.
Damit ist der Verkauf des Grundstücks Realität. Der Rat wird diesem Beschluss morgen im nicht-öffentlichen Teil mit einer Mehrheit der Stimmen von CDU und FDP zustimmen. Beide Parteien haben zuletzt immer wieder betont, dass sie das Projekt der Victoria unterstützen und daran interessiert sind, „Bewegung in die Sache“ zu bekommen. Zudem ist man der Ansicht, dass die Versicherung auf die Beschwerden reagiert hat und den Nachbarn weit entgegen gekommen ist: Die Pläne wurden geändert, das dort geplante Gebäude verkleinert, die Geschosshöhe verringert, der Abstand zum benachbarten Künstlerhaus an der Sittarder Straße vergrößert. Wie mehrfach berichtet, will die Victoria ein Bürogebäude errichten, in dem sie mehr als 900 Mitarbeiter unterbringen wird, die heute noch übers Stadtgebiet verstreut arbeiten. Untergebracht werden soll im neuen Gebäude vor allem das Rechenzentrum der Versicherung.
Das Gelände Früher stand in diesem Bereich zwischen Fischerstraße und Cecilienallee die alte Düsseldorfer Messe, von der zuletzt nur noch die Stadthalle übrig war.
Die Victoria Nach und nach bebaute die Versicherung einen großen Teil dieses Geländes, ihre Bauten liegen heute sowohl an der Fischerstraße als auch an der Cecilienallee. Nun will sie auch den verbliebenen Parkplatz bebauen, der unmittelbar an den alten Golzheimer Friedhof grenzt.
Gegen den Plan gab es von Anfang an Widerstand, eine Bürgerinitiative gründete sich, die mit dem Spruch „Rettet den Golzheimer Friedhof“ vor allem vor Beeinträchtigung des nebenan liegenden Friedhofs warnte. Selbst Gutachten, die belegten, dass das neue Gebäude dem Friedhof nicht das Licht nehmen würde, akzeptierten die Nachbarn nicht. Vor allem deshalb nicht, weil die Victoria sie in Auftrag gegeben hatte.
Für diese Initiative kündigte Rechtsanwältin Gisela Dapprich (56, Linkspartei) gestern an, auch diesen Beschluss des Rates nicht hinnehmen zu wollen. Ein auf den Weg gebrachtes Bürgerbegehren war bereits vom Rat als nicht zulässig abgelehnt worden. Dapprich erklärte, auch das werde man nicht akzeptieren. Es gebe höchstrichterliche Entscheidungen, die ein solches Begehren durchaus für rechtens halten. Außerdem hätte das angestrebte Bürgerbegehren aufschiebende Wirkung. Das jedoch sehen die Experten im Rathaus anders, für sie ist das Thema Bürgerbegehren mit der Ablehnung durch den Rat und dem jetzt auf den Weg gebrachten Verkauf erledigt.
Gegen diesen nun gefassten Dringlichkeitsbeschluss wird Anwältin Dapprich eine Einstweilige Anordnung beantragen, um den Verkauf des Grundstücks noch zu stoppen. Für die Versicherung erklärte deren Sprecher Stephan Kronenberg, man habe die Entscheidung erfreut zur Kenntnis genommen und hoffe, nun bald weiter arbeiten zu können.
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