Nach Nachbarschaftsprotesten: Victoria feilt an Neubau-Plänen
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 24.05.2007 - 08:49Düsseldorf (RPO). Die Versicherung hat wegen Nachbarschaftsprotesten bereits angekündigt, an der Fischerstraße deutlich kleiner zu bauen. Nun verhandelt sie mit dem Künstler-Atelierhaus über weitere Veränderungen des Konzepts.
Die Pläne für das neue Büro-Gebäude an der Fischerstraße, in dem die Victoria u.a. ihr Rechenzentrum und 900 Mitarbeiter unterbringen will, werden möglicherweise nochmals verändert. Wie bereits berichtet, hat die Versicherung nach heftigen Protesten aus der Nachbarschaft den Baukörper verkleinert, vor allem die Höhe des Projekts um drei Meter von 28,5 auf 25 Meter und die Bürofläche von 21000 auf 18000 Quadratmeter verringert.
Aber die Gegner hat man damit nicht einfangen können, wie erste Reaktionen zeigten. Auch die Künstler im Künstler-Atelier-Haus (Sittarder Straße), die in vorderster Protest-Front standen, sind immer noch nicht zufrieden. Mit ihnen hat man aber gesonderte Verhandlungen geführt, um ihren Wünschen nochmals entgegenzukommen.
Gestern, als Victoria-Chef Michael Rosenberg das veränderte Modell präsentierte, war jedenfalls Konrad Klapheck für das Künstler-Haus dabei und ließ einen Rechtsanwalt darlegen, welche weiteren Veränderungen man aus Sicht der Maler und Bildhauer wünscht: Der südliche Teil des Bauwerks, der neben dem Künstler-Haus entstehen wird, sollte um zwei Stockwerke verringert werden. Diese beiden Stockwerke, so die Künstler, könnte man ja stattdessen auf die beiden anderen nördlicheren Gebäudeteile drauf satteln. Außerdem möchte man besagtes Gebäudeteil noch ein paar Meter zur Fischerstraße hin versetzt sehen, um den Abstand zu den Ateliers des Künstler-Hauses nochmals zu vergrößern. Den Kreativen ist klar, dass sie mit diesen Wünschen - wenn sie denn erfüllt werden - die Belastungen für die anderen Nachbarn vergrößern. Denn durch das Versetzen des Gebäudes Richtung Fischerstraße würde eine Baumreihe und damit ein Stück Lärmschutz wegfallen.
Aus Sicht der Victoria ist man den Skeptikern aus der Nachbarschaft maximal entgegen gekommen. Den Baukörper nochmals zu verkleinern, lehnt das Unternehmen der Ergo-Gruppe ab - damit könnte man den eigenen Bedürfnissen nicht mehr gerecht werden. Die Verringerung der Bürofläche war zum Beispiel nur möglich, weil man ein völlig neues Raumkonzept umsetzt. Dass das für den einzelnen Mitarbeiter weniger Platz bedeuten muss, mag die Versicherung so nicht ausdrücken - Realität ist es dennoch.
Mit großem Aufwand versucht die Victoria, Bedenken gegen den Neubau zu zerstreuen. So hat man in aufwändigen Computer-Simulationen die Schattenbildung während verschiedener Jahreszeiten und Uhrzeiten dargestellt. Damit will man den Einwand widerlegen, das neue Bürogebäude verdunkele den Golzheimer Friedhof. An dessen Sanierung will sich die Gesellschaft übrigens mit einem großzügigen Betrag (Rosenberg: „Sicher fünfstellig!“) beteiligen und hat das bereits mit den Derendorfer Jonges abgesprochen. Für den Neubau spreche auch, dass dessen Öko-Bilanz nachher besser sei als jetzt, da es dort nur einen simpel asphaltierten Parkplatz gibt, sagt Rosenberg.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





