Lore-Lorentz-Berufskolleg: Videokamera für weitere Schule
VON GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 22.04.2009 - 07:50Düsseldorf (RPO). Nach den guten Erfahrungen an der Willi-Schüßler-Tagesschule wird die Videoüberwachung an eine zweite Schule kommen. Das Lore-Lorentz-Berufskolleg erhält bald eine Kamera, die aber keine Schüler filmen wird.
Das Lore-Lorentz-Berufskolleg an der Schlossallee bekommt eine Videokamera, mit der der Neubau der Schule überwacht werden soll: Am 11. Mai wird das neue Haus offiziell eröffnet, und die Schule hat danach die Möglichkeit, eine Kamera anzubringen. Das bestätigte Schuldezernent Burkhard Hintzsche gestern auf Anfrage der RP. "Die technischen Voraussetzungen sind an dem Standort erfüllt."
Auch der Datenschutz hat keine Bedenken: "Außerhalb der Schulzeiten ist eine Überwachung eher zu rechtfertigen", erklärt Bettina Gayk von der Datenschutz-Behörde des Landes. "Wir schauen außerdem darauf, ob ein Gelände offen ist und auch nachts betreten werden kann." Beides ist an dem Kolleg der Fall: Zum einen sind Gebäude und Gelände für jeden zugänglich, zum anderen will Schulleiterin Angelika Pick "auf keinen Fall eine Überwachung des Schulalltags oder der Schüler", wie sie sagt. "Uns geht es um den Objektschutz."
Einbrüche und Zerstörungen
In der Vergangenheit sei es mehrfach zu Zerstörungen und Einbrüchen gekommen, so dass Pick gerade für den Neubau mehr Sicherheit und damit eine Überwachung außerhalb der Schulzeiten und nachts einrichten will. "Es kann nicht sein, dass die Stadt Millionen für neue Schulen ausgibt, und die dann von Vandalen verschmutzt und zerstört werden." Die Kamera soll aufzeichnen, die Bilder sollen nach einem Vorfall ausgewertet werden.
Aus ähnlichen Gründen will auch die benachbarte Dieter-Forte-Gesamtschule gern eine Kamera – zu denselben Konditionen wie Lore-Lorentz. Laut Hintzsche handelt es sich bei der Überwachung an dem Kolleg um einen Probebetrieb. "Fällt der zu aller Zufriedenheit aus, wird auch die Gesamtschule bestückt", sagt er. Dort gibt es laut Schulleiterin Margret Rössler keine grundsätzlichen Fragen mehr zu dem Antrag: "Das Video darf die Gäste des Schwimmbads nicht aufzeichnen, das im Eingangsbereich der Schule liegt. Das ist aber ein technisches Problem", so Rössler, die mit der Kamera ebenfalls Zerstörungen verhindern will.
"Verlängertes Auge"
Anders ist die Lage an der Willi-Schüßler-Tagesschule am Rather Kreuzweg. Die Hauptschule hat als erste städtische Schule Anfang 2008 eine Kamera beantragt und bekommen. Sie läuft auch während des Schulbetriebs, überwacht den Eingang und sendet die Bilder auf einen Monitor ins Gebäude-Innere. Dort sitzt ein Mitarbeiter. Ab 16 Uhr nimmt die Digital-Kamera dann mit Fix-Einstellung alles auf, keiner kommt mehr ungesehen auf das Gelände.
"Seit wir die Kamera haben, ist nichts mehr vorgefallen", sagt Rektorin Gabriele Georg. Deshalb bleibt die Kamera auch, wo sie ist: "Niemand will sie wieder abbauen", sagt Datenschützerin Bettina Gayk. "Die Maßnahme an der Schule ist sinnvoll und nicht zu beanstanden." Die eigene Behörde habe selbst auch so ein "verlängertes Auge", um erkennen zu können, wer das Gebäude betritt.
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