Experten geben Haltbarkeitstipps: Viel Frisches fürs Fest
VON BIRGIT WANNINGER - zuletzt aktualisiert: 22.12.2009 - 07:44Düsseldorf (RPO). Die meisten Weihnachtsgeschenke sind bereites eingekauft, jetzt kommen die Lebensmittel an die Reihe. Frischware muss nicht unbedingt an Heiligabend gekauft werden. Experten geben Haltbarkeitstipps für die Festtage.
Vier Festtage. In diesem Jahr wird Weihnachten dank des zusätzlichen Sonntags besonders lange gefeiert. Und während für viele Einzelhändler das Weihnachtsgeschäft fast schon gelaufen ist, herrscht bei den Lebensmittelgeschäften diese Woche besondere Hektik. Vor allem die Frischware steht auf dem Einkaufszettel – ob für den Festtagsbraten oder das Gemüse. Brot und Brötchen kauft so gut wie keiner vor Heiligabend.
Bäckereien: Anne Schlüter von der gleichnamigen Bäckerei an der Oststraße empfiehlt ihren Kunden, am besten heute noch zu bestellen. "Wir legen auch zwei Brötchen zur Seite", sagt sie. Bei Altstadtbäcker Josef Hinkel muss man hingegen nicht bestellen. "Wir haben alles da, auch Heiligabend." Nur wer auf den letzten Drücker kommt, also um die Mittagszeit, der sollte schon bestellt haben.
Ähnlich ist es bei seinem Kollegen Thomas Puppe. Dort ist schon jetzt die Nachfrage nach Baguettes sehr groß. Puppe: "Offenbar gibt es übermorgen überall Fondue." Der Bäckermeister empfiehlt, wenn das Brot länger frisch bleiben soll, es in Klarsichtbeutel (gibt's beim Bäcker) einzupacken. Schlüter ergänzt: "Auf jeden Fall an einem kühlen Ort aufbewahren und keinesfalls an der Heizung." Brot mit hohem Roggenanteil bleibt besonders lange frisch.
Wer am Zweiten Weihnachtstag knusprige Brötchen essen will, für den hat Thomas Puppe einen Tipp: den Ofen auf 200 Grad vorheizen, die Hand mit Wasser benetzen und damit kurz über das Brot streichen und es dann zirka drei Minuten im Backofen erhitzen.
Metzgereien: Für Andreas Brückner von der Metzgerei Ludwig ist es angenehmer, wenn seine Kunden bestellen. "Jedenfalls bei besonderen Wünschen." Was das Aufbewahren von Fleisch betrifft, "da kann man bei diesem Wetter nichts verkehrt machen", sagt er schmunzelnd. Vor allem, wenn das Fleisch vakuumiert ist. Dann könne man es getrost eine Woche kühl aufbewahren und müsse das Fleisch nicht erst Heiligabend kaufen.
Das bestätigt sein Kollege Jörg Schlösser von der gleichnamigen Metzgerei an der Oststraße und empfiehlt, die Temperatur im Kühlschrank zu kontrollieren und rechtzeitig auf ein bis null Grad herunter zu stellen, weil an den Weihnachtstagen der Eisschrank meist bekannt prall gefüllt sei. Besonders wichtig sei es, die Kühlkette beim Transport nicht zu unterbrechen.
Während in den Filialen bei Ludwig vor allem Filet vom Rind, Schwein und Kalb (Brückner: "vor allem fürs Fondue") gefragt sind sowie edle Stücke vom Piemonteser Rind, sind es bei Schlösser das Salzwiesenlamm, Filet vom Weide-Ochsen und die gefüllte Kalbsbrust. "Aber inzwischen ist auch das fertig zubereitete Filet Wellington ein Renner", sagt Schlösser.
Und erst recht Spezialitäten wie Schlesische Bratwurst, die es nur um die Weihnachtszeit gibt. "Die laufen wie Döpke", sagt Schlösser. Deshalb produzieren er und seine Mitarbeiter inzwischen nicht nur morgens um 4 Uhr, sondern auch noch mal nachmittags um 16 Uhr die Würste. "Ansonsten sind wir für den großen Ansturm gewappnet", sagt Schlösser. "Bei uns muss nicht unbedingt bestellt werden, wir haben so gut wie alles vorrätig."
Fischhandel: Fisch muss nicht erst Heiligabend gekauft werden, sagt Udo Lenski von der Feinkostabteilung bei Karstadt. Wichtig sei nur, die Kühlkette nicht zu unterbrechen. Deshalb verpacken er und seine Mitarbeiter die Ware in einer speziellen Frischhalteverpackung. Ausgepackt sollten der Fisch oder die Meeresfrüchte sofort in den Kühlschrank. Um den Fisch frisch zu halten, rät er, eine große Schüssel zu nehmen, umgekippt einen Teller hineinlegen, Eis drauf, Fisch drauf, ein wenig Eis drüber, ab in den Kühlschrank. So hält der Fisch bis Sonntag.
Fisch jeder Artist viel gefragt, und es gibt jede Menge Bestellungen. "Anrufen genügt", sagt Udo Lenski. Vor allem Lachs, ob frisch oder geräuchert, sei bei beliebt. Aber auch Tunfischfilet und ganz Edles wie Jakobsmuscheln oder teure Langustenschwänze gehen häufiger als sonst über die Ladentheke. Und der Klassiker – der Karpfen.
Der Karpfen macht zurzeit den Großteil des Geschäfts bei Familie Fischer von der Forellenzucht Landgraf an der Mettmanner Straße aus. Die Kunden dürfen sich den Fisch aussuchen, wenn er noch im Becken schwimmt. "Wir schlachten ihn", sagt Sandra Fischer.
Gemüsehändler: Heimisches Gemüse hält sich lange frisch. Das gilt auch für die Zitrusfrüchte. "Die sind vorratssicher", sagt Christa André vom Carlsplatz. Salat sollte man allerdings in Papier wickeln, dann in eine Plastiktüte packen und in den Kühlschrank legen, sagt die Expertin. Tomaten sollten dagegen auf keinen Fall in den Kühlschrank. "Empfindliches Gemüse wie Radieschen und Möhren muss man wie Spargel behandeln: in ein feuchtes Tuch wickeln und ab in den Kühlschrank", sagt Christa André. Das gelte auch für frische Kräuter, die sehr begehrt seien.
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