Langenfeld: Viren halten Schulen in Atem
VON SABINE SCHMITT - zuletzt aktualisiert: 12.11.2009 - 16:45Düsseldorf (RPO). Ausnahmezustand an der Bettina-von-Arnim-Gesamtschule an der Hildener Straße. 350 Schüler besuchen hier normalerweise die Klassen fünf und sechs. In diesen Tagen fehlt allerdings fast jeder Zweite: 140 Fünft- und Sechstklässler waren gestern laut Schulleiterin Anne Ackers-Weiss krank gemeldet.
Besonders viele Abmeldungen gab es am Dienstagvormittag. An diesem Tag wurde die Schlange vor dem Sekretariat immer länger. Bis zum Mittag ließen 46 Kinder, vorwiegend Jüngere, die Sekretärinnen bei ihren Eltern anrufen. Am Telefon sagten die Sekretärinnen den Eltern dann in der Regel: „Ihr Kind kommt gleich wegen Übelkeit nach Hause.” Nur Vereinzelte gingen wegen Grippesymptomen. Während die Menschen überall Angst vor dem Schweinegrippe-Virus haben, hat die Bettine-von-Arnim-Gesamtschule ein anderes Problem: Hier scheint ein Magen-Darm-Virus im Umlauf zu sein.
Ähnliches ist von anderen Schulen bisher nicht bekannt. Auch Fälle, in denen Schüler an Schweine-Grippe erkrankt sind, gibt es bisher laut Umfrage nur vereinzelt. Zudem ist ihre Anzahl schwer bis gar nicht zu bestimmen. Ein Beispiel: Das Konrad-Adenauer-Gymnasium in Langenfeld besuchen 1400 Schüler in 30 Klassen. In jeder Klasse gibt es zurzeit etwa drei bis vier Krankmeldungen, sagt Schulleiter Hans-Joachim Claas.
Von den Eltern dieser Kinder hört er zur Begründung in diesen Tagen allerdings nur noch: „Unser Kind hat Fieber und Husten.” Das ist bei seinen Kollegen an anderen Schulen nicht anders, und liegt daran, dass die meisten Ärzte nicht mehr testen, an welcher Grippe ein Patient leidet. Vor diesem Hintergrund verwundert es auch nicht, dass die Mitarbeiter der Schulämter in den Städten Monheim und Langenfeld keine besonderen Vorkomnisse zu vermelden haben.
Dr. Hagen Bastian vom Monheimer Otto-Hahn-Gymnasium berichtet, dass es an seiner Schule sieben bestätigte Schweinegrippe gab. „Vier Schüler sind schon wieder gesund und besuchen auch schon wieder den Unterricht.” Vor allem in den ersten Tagen nach Bekanntwerden der Infektionen hätte in einigen Klassen bis zu einem Drittel der Schüler gefehlt. Zurzeit gebe es am OHG im Schnitt aber nur noch ein bis zwei Krankmeldungen pro Klassen.
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