Kultur für Alt und Jung: Volksbühne hat neuen Spielplan
VON BIRGIT KRANZUSCH - zuletzt aktualisiert: 10.06.2005 - 15:05Düsseldorf (dto). Die Düsseldorfer Volksbühne blickt zufrieden auf die vergangene Spielsaison zurück. Die Mitgliederzahl liegt weiterhin bei 12.000, etwa 210.000 Karten konnten an die Mitglieder verteilt werden und auch die eigene Veranstaltung, eine Lesereihe, kommt gut an. Und dennoch befindet sich die Volksbühne laut Geschäftsführer Stefan Jürging „in einer Strukturkrise“. Das Problem, das die meisten Kulturinstitute haben, ist die Alterspyramide, an dessen breiter Basis die älteren Menschen stehen, junge Mitglieder aber nicht entsprechend nachrücken. Für die älteren Mitglieder, die meist keine Lust haben, alleine ins Theater zu gehen, hat sich die Volksbühne jetzt etwas einfallen lassen. Und ein neues Programm gibt es auch.
Die Düsseldorfer Volksbühne hat einen neuen Spielplan für ihre Mitglieder zusammen gestellt und auch einen neuen Publikumsliebling. Die Mitglieder haben Schauspieler Hardy Krüger jun. für seine darstellerischen Leistungen in der Spielzeit 2003/2004 auf Platz eins gewählt. Anastassis Christoyannis von der Deutschen Oper am Rhein kaum auf Platz zwei und bekam am Freitag dafür den Preis der Volksbühne inklusive einem Check über 2.000 Euro. Da Hardy Krüger jun. zurzeit wegen Dreharbeiten in Afrika ist, wurde seine Preisverleihung auf dem Herbst verschoben.
Der Spielplan für die Saison 2005/2006 ist fertig und eröffnet den Mitgliedern wieder ein breites und abwechslungsreiches Spektrum von kulturellen Veranstaltungen in Düsseldorf und Umgebung. Ob Theater, Oper, Musical oder Konzert – als drittgrößte Volksbühne Deutschlands (nur Stuttgart und Hamburg haben noch mehr Mitglieder) können die Mitglieder zu deutlich ermäßigten Preisen Kultur pur erleben.
Der gemeinnütziger Verein, der mit den Veranstaltern Rabatte aushandelt, vermittelt an die Mitglieder Eintrittskarten mit einem Nachlass von 20 Prozent. Die Mitlieder zahlen im Jahr einen Mitgliedsbeitrag von sechs Euro und verpflichten sich zu einer Mindestabnahme von zehn Tickets im Jahr. In der kommenden Saison möchte die Volksbühne das kulturelle Erlebnis in allen Altersklassen stärken. So gibt es neben den klassischen Konzerten oder Opernaufführungen auch zahlreiche Veranstaltungen für das junge Publikum wie etwa Comedy im Zakk oder Konzerte in der Philippshalle.
Für die älteren Mitglieder haben sich der Verein noch zusätzlich etwas einfallen lassen. Mitglieder, die alleine sind, sollen trotzdem Kultur erleben können. „Wir versuchen dem klassischen Vereinsgedanken treu zu sein und bilden bei Nachfrage Interessengemeinschaften für alleinstehende, ältere Menschen“, so Stefan Jürging.
Neu in der kommenden Saison ist auch die Kooperation mit Hamburg und Berlin. „Die Düsseldorfer verreisen gerne und deshalb haben wir eine Kooperation mit Hamburg und Berlin gemacht, bei der unsere Mitglieder über uns Karten für Veranstaltungen in beiden Städten bekommen können“, so Jürging.
Wie auch im vergangenen Jahr wird die Volksbühne auch ihre eigene Veranstaltungsreihe fortsetzen. Bernd Jeschek, Ernst Stankovski, Otto Sander und Cornelia Froboess werden auf Einladung der Volksbühne literarisch-musikalische Abende gestalten. Veranstaltungsort ist wieder das Savoy Theater. Das Zusatzangebot für Sportveranstaltungen (Fortuna, DEG, HSG, World Team Cup und Rhein Fire) besteht ebenso weiter.
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