Endspurt am Samstag: Volle Straßen, volle Kassen
VON BIRGIT WANNINGER - zuletzt aktualisiert: 24.12.2007 - 10:04Düsseldorf (RPO). Die Kaufleute sind mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden. Vor allem der letzte Adventssamstag brachte noch einmal gute Umsätze. Der große Endspurt begann zwar erst gegen Mittag, doch erstaunlicherweise waren viele sehr entspannt.
Menschenmassen bewegten sich gemächlich über die Kö, durch die Altstadt und über die Schadowstraße. Mit Tüten bepackt zogen sie am Samstag gut gelaunt durch die Stadt. Von Einkaufsstress war bei den meisten keine Spur.
Während der Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen insgesamt nur von „befriedigend“ spricht, waren die Düsseldorfer Kaufleute mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden und konnten nach einer vorläufigen Bilanz mit dem vergangenen Jahr fast gleich ziehen.
Weihnachts-Endspurt in Düsseldorf. Der letzte große Ansturm vorm Fest zauberte am Samstag ein Lächeln auf die Gesichter der Geschäftsleute. „Wir sind sehr, sehr glücklich. Das ist der mit Abstand stärkste Samstag in diesem Jahr gewesen“, meinte Frank Tüting, Geschäftsführer bei Kaufhof am Wehrhahn. „Mit den Umsätzen liegen wir zehn Prozent höher als vergangene Woche und können mit dem verkaufsstärksten Samstag von 2006 vergleichen.“ Uhren, Schmuck im mittleren Preissegment seien besonders gut gelaufen. Überrascht hat Tüting, dass die Nachfrage nach Spielwaren noch mal außerordentlich groß war. Zufrieden auch Tütings Nachbar Christoph Sattler, Geschäftsführer bei Karstadt. Bei ihm sei allerdings der dritte Samstag besser gelaufen als der vierte.
Ganze Familien bummelten am Samstag durch die Stadt. Sie machten Pause auf dem Weihnachtsmarkt, ums sich dann wieder ins Getümmel zu stürzen. Vor den Kassen in den Kaufhäusern bildeten sich lange Schlangen. Bei der Droste-Buchhandlung ging sie im Erdgeschoss zeitweise durch den ganzen Laden. Und was wurde gekauft? Die Klassiker. Das bestätigte auch Bettina Zobel vom Sternverlag. „Vor allem Belletristik und Kochbücher. Und Hape Kerkeling läuft immer noch. Das war ein Tag, der noch mal so richtig Spaß gemacht hat“, resümierte sie.
Dem stimmte Katrin van der Eerden zu. „Toll, super“, meinte die Geschäftsleiterin des Carschhauses, die an der Kasse stand und mit anpackte. Die Kunden seien richtig gut drauf, lobte sie. Das sei von Woche zu Woche besser geworden. Haushaltsgeräte, hochwertige Ledertaschen und hübsche Accessoires würden gekauft. Wegen der Kurden-Demo sei der dritte Samstag nicht so gut gelaufen. Doch der jetzige Tag habe versöhnt, so dass unterm Strich das Weihnachtsgeschäft positiv verlief.
Qualitätsbewusst kauften die Kunden auch bei Franzen an der Kö. „Wenn doch jeder Samstag so wäre wie dieser“, schwärmte Hermann Franzen und war nach dem Wochenende mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden Der Umsatz sei mit dem im Vorjahr und von 2005 vergleichbar.
Die Hände reiben konnte sich Dirk Henckel (Saturn). Dichtes Gedrängel herrschte auf den drei Etagen im Sevens, Staus gab es vor den Rolltreppen. „Jetzt werden wir Richtung Vorjahr schippern“, freute sich Henckel. Flachbildschirme, digitale Kameras und Navigationssysteme - alles lief gut. Zu toppen nur noch durch I-Pods und den inzwischen ausverkauften Nintendo Wii. Sein persönlicher Favorit: LCD-Bilderrahmen.
Kein Weihnachten ohne Düfte. Dabei steigen die Parfümerien bekanntlich erst spät ins Weihnachtsgeschäft ein. Neue Düfte wie Bulgari und Armani-Duft waren gefragt. Silvia Schöne, Chefin bei Douglas an der Kö: „Es war mal wieder der Bär los, und wir rechnen damit, dass es Heiligabend noch mal brummt, erst dann können wir Bilanz ziehen.“
Das Weihnachtgeschäft sei noch nicht vorbei, so Waltraud Loose, Geschäftsführerin des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes. Geschenke in Form von Einkaufsgutscheinen zu überreichen, werde immer beliebter. Jedes fünfte Präsent liege als Umschlag unterm Tannenbaum.
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