DLRG warnt vor Selbstüberschätzung: Vorsicht beim Baden
zuletzt aktualisiert: 12.08.2004 - 12:39Düsseldorf (dto). Kaum steigen die Temperaturen, sieht man sie überall, die Sonnenhungrigen, die sich fröhlich an den Ufern des Rheins und den Baggerseen tummeln. Ganz schön erfrischend ist natürlich auch der Sprung ins kühle Nass – aber leider nicht ganz ungefährlich. Vor allem Übermut und Leichtsinn seien immer wieder die häufigsten Ursachen für zum Teil sogar tödlich verlaufende Badeunfälle, betonte jetzt der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Nordrhein, Stefan Mülders.
Die Düsseldorfer DLRG, die jeweils Samstags, Sonntags und an den Feiertagen im Einsatz ist und dann auch an den Ufern von Düsseldorfs Gewässern patroulliert, ist in diesem Jahr allerdings noch recht zufrieden. „Bis jetzt haben wir noch keine dramatische Badeunfälle verzeichnen müssen“, gibt Ralf Düllberg, Einsatzleiter der DLRG-Düsseldorf, Auskunft.
Für Rettungseinsätze der DLRG sorgten in diesem Sommer bisher zwei gekenterte Ruderboote und zwei Motorboote mit Motorschaden. Zu den eher kuriosen Fällen zählte die Bergung eines riesigen Strohballens, eines Hundes und eines Schafs. „Bei dem wärmeren Wetter wagen sich auch manchmal Tiere ins Wasser. Dem Schaf, das noch nicht geschoren war, wurde dann sein schweres Fell zum Verhängnis“, erläutert Düllberg.
Immer wieder gibt es aber auch Einsätze, bei denen Menschenleben im Spiel sind. Personen im Rhein verursachten fünf Einsätze. „Drei Leute haben wir aus dem Rhein herausgeholt, zwei Fälle entpuppten sich glücklicherweise als Fehlalarm“, so Düllberg. „Je niedriger der Wasserpegel ist, desto leichtsinniger werden die Leute. Aber wenn das Wasser niedrig ist, vergrößert sich auch der Sog der vorbeifahrenden Schiffe“, warnt der Einsatzleiter. Dass das Schwimmen im Rhein und anderen Gewässern, wie Baggerseen nicht ungefährlich ist, zeigt auch die traurige Statistik des vergangenen Jahres: Laut Auskunft der Feuerwehr Düsseldorf kamen damals fünf Menschen beim Baden ums Leben.
Der DLRG appelliert daher an die Freizeitschwimmer, zum eigenen Schutz die Baderegeln einzuhalten. Dazu gehöre vor allem das Abkühlen des von der Sonne überhitzten Körpers vor dem Baden. Außerdem sollte nie mit ganz vollem und ganz leerem Magen gebadet werden. Kraft und Können insbesondere in freien Gewässern sollten nicht überschätzt werden. Sumpfige und pflanzendurchwachsene Gewässer sollten gemieden werden. Komplett tabu sollte bei Badeausflügen Alkohol sein. Wer alkoholisiert ins kühle Nass steige, riskiere sein Leben, da der Körper kollabieren könne.
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