Taschendieben haben Hochkonjunktur: Vorweihnachtszeit: Polizei rät zu Vorsicht
VON VASSILIOS KATSOGRIDAKIS - zuletzt aktualisiert: 18.11.2004 - 17:21Düsseldorf (dto). Wie jedes Jahr lockt der Düsseldorfer Weihnachtsmarkt mit gebrannten Mandeln, glasierten Früchten und heißem Glühwein tausende Gäste aus nah und fern an. Mit den Menschenmassen in der Innenstadt nimmt auch die Kriminalität zu. So wurden im letzten Jahr zwischen Eröffnung des Weihnachtsmarkts und dem 23. Dezember genauso viele Taschendiebstähle bei der Düsseldorfer Polizei gemeldet, wie in den übrigen 46 Wochen des Jahres. Aus diesem Grund wird die Polizei ihre Präsenz bis Weihnachten deutlich erhöhen.
„Die Polizei versucht zwar die Kriminalität zu bekämpfen und Straftaten zu verhindern, doch können wir nicht überall sein“, erklärt Polizeioberrat Harald Wilke. „Vor allem Taschendiebstähle könnten ganz vermieden werden, wenn den Langfingern das Leben schwer gemacht wird“, so der Leiter Polizeiinspektion Mitte. Wilke sagt, dass Taschendiebstahl sogar ganz vermieden werde, wenn man sich beim Weihnachtsmarktbummel an ein paar Regeln halte.
So sollen Wertgegenstände und Portmonees eng am Körper und in Jackeninnentaschen getragen werden. Zudem rät die Polizei davon ab, selbst für größere Weihnachtseinkäufe unnötig viel Bargeld mitzuschleppen. „Sind die teueren Geschenke besorgt, so gehören sie nicht in den Kofferraum“, warnt Hauptkommissar Georg Schimmelpfennig vor einer neuen Räubervariante. Vor allem bei Kombis mit geschlossener Laderaumabdeckung werden Heckscheiben eingeschlagen. „Autos sind kein Safe und besonders abgedeckte Laderäume wirken für Diebe anziehend, gleich ob sich etwas wertvolles im Auto befindet oder nicht“, mahnt Schimmelpfennig. Wie in den vergangenen Jahren können Weihnachtseinkäufe an den Aufbewahrungsstellen der Rheinbahn sicher hinterlegt werden.
Vor besonderer Vorsicht rät der Hauptkommissar Frauen, die Handtaschen bei sich führen: „Damen ab 50 gehören bei Taschendieben zur Hauptzielgruppe, gleich ob vor oder während einer Shopping-Tour.“ So dürfen auch bei der Anprobe Wertgegenstände nicht unbeaufsichtigt in den Umkleidekabinen gelassen werden.
Trickdiebe in Designer-Klamotten
Ein weiteres Problem sehen die Polizisten darin, dass viele Täter mittlerweile nicht zum klassischen Langfinger-Klischee passen. „Heutzutage tragen Trickdiebinnen italienische Designer-Klamotten, riechen nach teuerem Parfüm und sehen vertauenswürdig aus“, erklärt Hauptkommissar Schimmelpfennig.
Im vergangenen Jahr konnte die Polizei während der Weihnachtsmarktzeit 49 Tatverdächtige in der Innenstadt festnehmen. Damit Trickdieben und anderen Gaunern das Handwerk gelegt werden kann, wird die Polizei in der Vorweihnachtszeit verstärkt die Einstanztruppen „Prios“ und „Jugend“ auf Streife schicken.
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