"Tiere suchen ein Zuhause" statt Wahl: Wahlberichte: CDU greift WDR an
zuletzt aktualisiert: 02.09.2008Düsseldorf (RPO). Der Rüde Rocky sitzt schon lange im Duisburger Tierheim, möchte aber gerne wieder in eine nette Familie. Diese Geschichte aus „Tiere suchen ein Zuhause“ klingt nicht so spannend wie die Wahl des Oberhaupts der Landeshauptstadt? Oh doch, glaubte der WDR und sendete am Sonntagabend diese Serie, als in Düsseldorf die Entscheidung über den neuen OB fiel.
Der Düsseldorfer Landtagsabgeordnete Thomas Jarzombek (CDU) hat deshalb gestern in einem Brief an WDR-Intendantin Monika Piel Konsequenzen gefordert. „Es darf nicht sein, dass die Landeshauptstadt beim WDR keine Lobby hat“, sagte der medienpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.
Jarzombek sieht den Sonntagabend in einer Reihe mit der Karnevalsberichterstattung des WDR. In einem Jahr sei gar nicht aus Düsseldorf berichtet worden, in einem anderen stark verkürzt, da passe die OB-Wahl ins Bild. „Niemand möchte Köln als den Standort des WDR anzweifeln, doch eine Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt muss auch im WDR vernünftig dargestellt werden. Mit den kurzen Berichten hinter sehr zweifelhaften Hauptnachrichten war dies mit Sicherheit nicht der Fall“, sagte Jarzombek. Der WDR hatte in seiner Sendung „Die Aktuelle Stunde“ erst über das Wetter und verärgerte Bahnkunden berichtet, bevor es 90 Sekunden lang um die OB-Wahl ging.
Der Sender versteht die Aufregung nicht. „Das ist absolut gängige Programmpraxis“, sagte WDR-Sprecherin Kristina Bausch auf Anfrage der RP. Bei außerordentlichen Wahlen gebe es keine Sondersendungen wie bei regulären Kommunal- oder Landtagswahlen. „Das ist keine Frage der Stadt, das haben wir in Köln im Jahr 2000 genauso gemacht“, sagte Bausch.
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