Elbers und Kortmann: Wahlkampf mit Kita-Beiträgen
VON GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 23.07.2008Düsseldorf (RPO). Bei der Wahl des Oberbürgermeisters Ende August profitieren Familien in jedem Fall: Sowohl SPD-Kandidatin Karin Kortmann als auch CDU-Mann Dirk Elbers wollen die Kita-Gebühren abschaffen – und zwar schon zum Januar.
Wenn Karin Kortmann Oberbürgermeisterin wird, gibt es von Januar 2009 an keine Eltern-Beiträge für die Kitas mehr. Wird Dirk Elbers neuer Oberbürgermeister, werden die Beiträge „so schnell wie möglich“ abgeschafft, wahrscheinlich zum Januar 2009: Beide Kandidaten für das Amt haben sich das Thema auf die Wahlkampf-Fahnen geschrieben, beide sprechen dabei von „höchster Priorität“ und davon, dass sich eine Stadt wie Düsseldorf „das leisten muss“. Absolute Einigkeit, die den Familien also in jedem Fall zugute kommt.
Erst im Frühjahr dieses Jahres hatte der Stadtrat eine neue Staffelung der Beiträge beschlossen (siehe Info), die mehr als die Hälfte der Kinder bereits beitragsfrei setzt. Der verstorbene Oberbürgermeister Joachim Erwin hatte bei der Vorstellung der neuen Beitragssätze betont, die komplette Streichung „werde bald kommen“. Nun kommt sie also schneller als gedacht und in jedem Fall bereits in 2009.
Denn beide OB-Kandidaten, die SPD-Frau und der CDU-Mann, sind davon überzeugt, dass die Stadt viel tun muss für Familien – und dass sie letztlich nicht drauf-legt, wenn die Kitas mehr städtisches Geld kosten. Finanzieren wollen beide Kandidaten das Geschenk an die Eltern über Umschichtungen in den Haushaltstöpfen. Kortmann in Anspielung auf die Elbers-Pläne, den Ehrenhof zu vergrößern: „Wo 23 Millionen für einen Museumsausbau sind, da ist auch Geld für Kinderbetreuung.“
Ein klarer Standortvorteil seien kostenfreie Kitas, sagt Karin Kortmann: „Familien fühlen sich angezogen und bleiben hier.“ Große Firmen und ihre Mitarbeiter, berufstätige Mütter – alle profitierten von der Beitragsfreiheit. Kortmann: „Die Lebenshaltungskosten in Düsseldorf sind nun mal höher als im Umland. Da müssen wir den Bürgern schon was Attraktives entgegenhalten.“ „Das können wir investieren“, so Elbers, „weil die Familien und ihre Kinder die Stadt am Leben erhalten.“
Eine Mehrheit wäre beiden Kandidaten im Rat sicher; einzig die Grünen waren zuletzt nicht für eine komplete Streichung der Beiträge, weil finanzstarke Familien nach ihrer Ansicht auch für die Betreuung zahlen können.
Der Stadtelternrat begrüßt die Pläne der potenziellen Stadtoberhäupter: „Ein super Thema, um Stimmen zu fangen und Stimmung zu machen“, sagt Svenja Kruse vom Vorstand. Allerdings habe die Gebühren-Diskussion bei den Eltern nicht Vorrang, sondern die Sicherung der Qualität in der Betreuung: „17 Kinder pro Familiengruppe“, so Kruse, „das ist zu viel.“
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