Merkel kommt nach Düsseldorf: Wahlkampf mit Polit-Prominenz
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 10.06.2009 - 07:47Düsseldorf (RPO). Kaum ist die Europawahl vorbei, laufen die Vorbereitungen für die nächsten Abstimmungen. Vor Kommunal- und Bundestagswahlen gibt's viel Besuch aus Berlin in Düsseldorf: Die CDU holt Merkel, die SPD hat bei Steinmeier angefragt, die Grünen setzen auf Künast, die FDP hofft auf Westerwelle.
Das Superwahljahr hält auch die Düsseldorfer Parteien auf Trab. Kaum haben sich Jubel oder Frust über die Ergebnisse der Europawahl gelegt, richtet sich die Aufmerksamkeit auf die nächsten Wahlkämpfe – für die Kommunalwahlen am 30. August und die Bundestagswahl am 27. September.
Die Parteien in der Landeshauptstadt setzen dabei auf Hilfe durch Berliner Prominenz. Da sich die Wahlkämpfe für Kommune und Bundestag zwei Wochen überschneiden, erhofft man sich auch positive Effekte für den Kampf ums Rathaus.
Den mit Abstand bekanntesten Besuch holt die CDU nach Düsseldorf: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am 6. September im ISS Dome auftreten. Die CDU-Vorsitzende soll damit den Startschuss für die heiße Phase im Bundestagswahlkampf geben.
Im Vorfeld der Kommunalwahl rechnet die Düsseldorfer CDU auch mit einem Auftritt von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Der Chef der NRW-CDU könne schließlich ganz gut mit Oberbürgermeister Dirk Elbers, so Kreisgeschäftsführer Bernhard Herzog.
Was den Kommunalwahlkampf betrifft, ist die Union bereits relativ weit: Für die Kandidaten in den stadtweit 41 Wahlkreisen sind Flyer geplant, die vorne ein Foto der jeweiligen Politiker zeigen und im Innenteil die programmatische Linie der Kreispartei. Pünktlich zum Wahlkampfauftakt am 17. Juli soll plakatiert werden. Mehr als 1000 Plakate plant die Partei, darüber hinaus können einzelne Kandidaten auf eigene Kosten plakatieren.
SPD hat bei Steinmeier angefragt
Welche Prominenten für die SPD die Wahlkampftrommel rühren werden, steht noch nicht endgültig fest. Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist angefragt, möglicherweise wird es auch Auftritte von Parteichef Franz Müntefering oder Finanzminister Peer Steinbrück geben. Steinbrück kandidiert in Mettmann für den Bundestag.
Das Konzept für den Kommunalwahlkampf steht auch bei den Genossen. Laut Kreisgeschäftsführer Günter Freitag ist ein "Nadelstich"-Wahlkampf geplant. So will man etwa Themen auch auf Stadtteilebene angehen und damit sowohl den politischen Gegner als auch die Bedürfnisse der Bürger ins Visier nehmen.
Neben Kopf-Plakaten der Kandidaten in den Wahlkreisen sind auch Gruppenbilder der Fraktion geplant – insgesamt stadtweit 1500 bis 2000. Zudem sollen 200 000 Flyer an Haushalte versandt werden. Plakatieren will die SPD ab 20. Juli.
Die Grünen wollen den Kommunalwahlkampf möglichst von dem für den Bundestag trennen – auch was die prominenten Köpfe angeht: Die frühere NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn und Attac-Mitgründer Sven Giegold, der mit Wahlkreis Düsseldorf ins Europaparlament zieht, sollen für die kommunale Abstimmung mobilisieren.
Im Vorfeld der Bundestagswahl sind Auftritte der Grünen-Bundesvorsitzenden Renate Künast und Cem Özdemir vorgesehen. Die Ökopartei will zudem auf den 72-Stunden-Wahlkampf setzen, "weil viele Wähler sich erst in den letzten Tagen entscheiden", so Kreisgeschäftsführerin Susanne Ott. Es wird reine Themenplakate und themenbezogene Kandidaten-Plakate geben. Und sogar ein Jubiläum: Die Grüne-Ratsfraktion feiert wohl noch vor der Kommunalwahl 25-Jähriges.
Der Bundesvorsitzende der Liberalen, Guido Westerwelle, machte erst neulich Europa-Wahlkampf auf dem Schadowplatz. "Wir bemühen uns darum, dass er noch mal zu uns kommt", sagt Gisela Piltz, Bundestagsabgeordnete und Düsseldorfer FDP-Chefin. Angefragt seien außerdem Hermann Otto Solms, Vizepräsident des Bundestags, und NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart. Zu den Plakaten will Piltz noch nichts sagen, verspricht aber eine Überraschung, die noch vor der Sommerpause präsentiert werde.
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