Angermund: Waldorfschüler suchen eine neue Bleibe
zuletzt aktualisiert: 08.09.2010 - 08:00Düsseldorf (RPO). Die Mädchen und Jungen der Düsseldorfer Waldorfschule in Angermund werden seit Beginn des neuen Schuljahres in Duisburg unterrichtet. In die Räumlichkeiten der ehemaligen Angerbach-Hauptschule sind sie gezogen.
Fünf Tage vor Schulbeginn lag ein Schreiben des Bauaufsichtsamtes der Stadt Düsseldorf im Briefkasten des Fördervereins: Der Unterricht im Gebäude wird aufgrund von Mängeln untersagt – die Fassade droht abzubröckeln. "Eine Bedrohung für Schüler und Lehrer", sagt Evelyn Stifter, Mitbegründerin und Vorstand der "neuen Düsseldorfer Schule", eine Ganztags-Waldorfschule. Wochen vorher lag schon einmal ein Schreiben im Briefkasten, diesmal vom Eigentümer: eine Räumungsverpflichtung.
Der Immobilienkonzern bittet den Förderverein "Ganztags-Waldorfschule Düsseldorf" auszuziehen, da die vor drei Jahren vereinbarten Verträge nicht eingehalten würden. "Vertraglich wurde festgehalten, dass der Verein nach einem Jahr das Gebäude kauft", sagt ein Sprecher. Jetzt hätten die Konsequenzen gezogen werden müssen: "Komisch nur, dass genau jetzt Mängel am Gebäude festgestellt werden."
Die Mitglieder des Fördervereins hatten bereits Kontakt zu Ämtern aufgenommen, die ihnen ein geeignetes Gebäude vermitteln könnten. Schnell fand sich etwas in Duisburg. Von einem auf den anderen Tag zog die Schule um. "Das hat uns aber viel Zeit und Geld gekostet", sagt Stifter. Hinzu kommt, dass das neue Gebäude nur vorübergehend genutzt werden kann. Die private und englischsprachige St. George's School zieht in drei Monaten dort ein. "Wie sich dieses Hin und Her jetzt auf Anmeldungen auswirkt, bleibt abzuwarten", sagt Stifter.
Der Eigentümer des Gebäudes in Angermund versichert, dass er sich um die Fassade umgehend kümmert: "Das ist eine Kleinigkeit. Es kann sofort wieder jemand einziehen."
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