Rheinbahn bleibt im Depot: Warnstreiks lähmen Nahverkehr
zuletzt aktualisiert: 05.03.2008 - 17:08Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Mittwoch den Nahverkehr lahm gelegt. Die Beschäftigten der Rheinbahn legten ab 3 Uhr die Arbeit nieder, Fahrgäste mussten aufs Auto umsteigen oder Fahrgemeinschaften organisieren. Auf dem Flughafen Düsseldorf lief bis 9 Uhr die Gepäckförderanlagen nicht mehr. Bei der Awista fielen stundenweise Straßenreinigung und Müllabfuhr aus.
Die Gewerkschaft Verdi hatte zu massiven Warnstreiks aufgerufen. Busse und Bahnen der Rheinbahn blieben ganztägig in ihren Depots. Davon betroffen waren rund 700.000 Kunden. Lediglich einige Fremdunternehmen schickten ihre Fahrzeuge auf die Straße. S-Bahnen und Züge der Deutschen Bahn waren davon nicht betroffen.
Erstmals waren auch die Flughäfen in NRW in den Warnstreik involviert. Von 4 bis 9 Uhr liefen die Gepäckförderanlagen nicht mehr. Deshalb konnte auch nicht eingecheckt werden. Die Folge waren Flugstreichungen und Verzögerungen bei der Abfertigung. Insgesamt wurden rund 50 Flüge von und nach Düsseldorf annulliert – auch wegen Streiks an anderen deutschen Flughäfen. Auch nach Ende des Streiks mussten Passagiere noch mit Verspätungen rechnen. Flüge, die vom Mitbewerber Aviapartner abgefertigt wurden, konnten nahezu pünktlich starten.
Auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens hatten Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Nach Gewerkschaftsangaben waren unter anderem Kindertagesstätten, Krankenhäuser, die Müllabfuhr, Sparkassen, Altenpflegeeinrichtungen, Theater und Stadtverwaltungen von den Streiks betroffen. Politessen und Hausmeister streikten ebenfalls. Auch die Kfz-Zulassungsstelle am Höherweg wurde ganztägig bestreikt, es arbeitete nur eine Notbesatzung. Verdi verstand die Arbeitsniederlegungen als "letzte und eindringliche Warnung an die Arbeitgeber, am Donnerstag ein seriöses Angebot vorzulegen".
In allen größeren Städten und Regionen des Landes fanden am Mittwoch Demonstrationen und Kundgebungen statt. In Düsseldorf wurde gegen 11 Uhr Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske am Burgplatz erwartet, die Gewerkschaft rechnete mit 8000 Menschen. Drei Protestzüge trafen sich in der Altstadt. Die Rheinkniebrücke wurde wird deshalb zwischen 9.30 Uhr und 10.30 Uhr stadtauswärts gesperrt.
Um zehn Uhr startete ein weiterer Demonstrationszug in Bilk. Die Teilnehmer wollten von der Brinckmannstraße aus über den Hennekamp, die Corneliusstraße, die Graf-Adolf-Straße, die Haroldstraße und die Marktstraße zum Burgplatz ziehen. Ein zweiter Zug zog ab 9.45 Uhr vom Höherweg in Flingern aus über die Erkrather Straße, den Worringer Platz, die Karlstraße, die Friedrich-Ebert-Straße, die Steinstraße, die Königsallee, die Elberfelder Straße/Heinrich-Heine-Allee, den Grabbeplatz und die Mühlenstraße ebenfalls zum Burgplatz.
Die Gewerkschaft fordert für die 1,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen acht Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 200 Euro mehr pro Monat. Die Arbeitgeber haben bislang Steigerungen um fünf Prozent über zwei Jahre angeboten und verlangen eine Arbeitszeitverlängerung auf 40 Stunden im Westen.
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