Viele Baustellen warten auf Hans Michael Piper: Was der Rektor ändern muss
VON DIRKE KÖPP - zuletzt aktualisiert: 10.09.2008Düsseldorf (RPO). Wenn Hans Michael Piper – voraussichtlich am 16. Oktober – als neuer Leiter der Heine-Uni antritt, warten viele Baustellen auf ihn: Die Studentenzahlen müssen steigen, die Lehre muss besser, der Campus attraktiver werden.
Den Hochschulrat, den Senat und sogar die Studierenden weiß der neue Rektor der Heinrich-Heine-universität, der Gießener Mediziner Hans Michael Piper, zwar hinter sich. Einfach wird es dennoch nicht sein, die Hochschule zu führen. Die Reformen aus dem Hochschulfreiheitsgesetz sind zwar weitestgehend umgesetzt, trotzdem kommen auf den neuen Rektor viele Aufgaben zu. Einige Beispiele dafür, was der Rektor in nächster Zeit angehen muss:
Neues Rektorat: Ein Rektor legt die Entwicklung einer Uni nicht allein fest, sondern im Verbund mit dem Rektorat, dem Kanzler und Prorektoren angehören. Die Zahl der Prorektoren legt der designierte Rektor in den kommenden Wochen mit dem Hochschulrat fest und schlägt Kandidaten vor. Der Rat wählt die Prorektoren; dann nimmt der Senat dazu Stellung. Hans Michael Piper hat angedeutet, dass er sich einen Prorektor für Finanzen wünscht, der Uni-Kanzler Ulf Pallme König unterstützen soll. In der Vergangenheit gab es zudem Prorektoren für Internationales, für Forschung, Forschungstransfer und wissenschaftlichen Nachwuchs sowie für Lehre, Studium, Studienreform.
Attraktivität: Ein wichtiges Themenfeld für den künftigen Rektor ist das Image der Heine-Universität. In Ranglisten hat die Hochschule nicht immer sehr gut abgeschnitten. So kamen etwa 2007 die Fächer Germanistik, Geschichte und Anglistik/Amerikanistik beim Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung beim Kriterium Studiensituation nur ins Mittelfeld; was Betreuung und Forschungsreputation angeht, lag die Germanistik im Schlussfeld. Piper hat angekündigt, neue, auch fakultätsübergreifende Studiengänge zu schaffen. Auch mit Ausgründungen wie der Law School oder der Business School gewinne die Uni an Attraktivität. Sie seien „zukunftsorientiert“ und finanziell unabhängig.
Studierendenzahlen: Nach Einführung der Studienkonten für Langzeitstudierende und Wegfall der Lehrerausbildung sind der Uni bis zu 10 000 Studenten weggebrochen. Wo sich vor wenigen Jahren noch 25 000 Studenten tummelten, sind es heute noch rund 15 000. Das muss geändert werden. Bislang war die Devise jedoch eher: klein, aber fein mit nur den besten Köpfen.
Internetauftritt und Kommunikation: Diese „Aushängeschilder“ sind als Schwachstellen der Uni identifiziert worden; auch der scheidende Rektor, Alfons Labisch, hatte Pläne, die Kommunikation über die Hochschule zu verbessern.
Vernetzung: Die Heine-Uni muss stärker mit anderen Unis, wissenschaftlichen Instituten, aber auch mit der Wirtschaft kooperieren.
Lehre: Die Lehre gilt als Schwachpunkt an der Heine-Uni. Piper hat bereits angeregt, eine Kommission für die Lehre einzurichten und angekündigt, die Schieflage zwischen Ausstattung und Anforderungen in der Lehre angehen zu wollen. Was die Frage angeht, ob die Heine-Uni eine Forschungs- oder eine Lehruniversität werden soll, hat sich Piper schon eindeutig zum Humboldtschen Ideal der Einheit von Forschung und Lehre geäußert.
Exzellenz: Die Uni muss für eine weitere Exzellenz-Runde gerüstet sein.
Campus: Mit den neuen Bachelor-und Masterstudiengängen verbringen die Studenten viel Zeit an der Uni. Der Campus muss dem angepasst werden mit Lern- und Aufenthaltsecken und auch nach Vorlesungsende noch lebendig sein.
Uni und Stadt: Die Verbindungen müssen intensiver werden. Piper hat Gespräche mit Oberbürgermeister Dirk Elbers angekündigt.
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