Landeshauptstadt in Glücksatlas auf Platz 2: Was Düsseldorfer glücklich macht
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 12.09.2012 - 07:38Düsseldorf (RP). Nur in Hamburg erfreuen sich die Menschen noch mehr an ihrem Leben und ihrer Stadt. Im Glücksatlas der Deutschen Post stehen die Bewohner der NRW-Landeshauptstadt auf Platz 2. Dresden ist die Nummer 3 und Köln Nummer 12.
Also doch: Die Düsseldorfer denken vor allem ans Geld, wenn sie ihr persönliches Wohlbefinden beschreiben sollen. Jedenfalls kann man das dem Glücksatlas entnehmen, den die Deutsche Post in Auftrag gab und jetzt veröffentlichte. Wirtschaft, Kultur, Umfeld – das sind, in dieser Reihenfolge, die ersten Stichpunkte in der Skala jener Dinge, die den Menschen hier wichtig sind fürs Glücksgefühl. Das ist übrigens in keiner anderen Stadt so ausgeprägt: "Einzig für Düsseldorf ist die Haushalts- und Finanzlage ein positiver Treiber – auch wenn dies für die Einwohner nicht die wichtigste Zufriedenheitsdimension darstellt", heißt es in einer Anmerkung zu der Studie.
Stimmt: Kultur und Umfeld sind als einzelne Kriterien wichtiger. Aber dass es der Stadt finanziell gut geht, sie keine Schulden hat und als Einkaufsadresse einen legendären Ruf genießt, streichelt ihren Bewohnern offenbar doch das Gemüt und lässt sie zufriedener sein. Allerdings scheint es auch woanders einen solchen Zusammenhang zu geben: Städte wie Stuttgart, Hamburg und Frankfurt stehen wirtschaftlich auch auf der Sonnenseite – und dort wird die Wirtschaft ebenfalls ganz oben genannt bei den Gründen für persönliches "Feelgood". Genauso sehen es die Sachsen: Dresden, auf Platz 2 und damit vor Düsseldorf, ist ökonomisch ganz vorne unterwegs. Wie die NRW-Landeshauptstadt ist Sachsens Metropole schuldenfrei, lockt hunderttausende von Touristen an und hat eine vergleichbare Uferlandschaft mit seiner Elbe.
Hier wie dort scheint das die Menschen zu beglücken: Dieser Mix aus schönem Umfeld, dem Bewusstsein wirtschaftlichen Erfolgs und einem Kulturangebot, das man gewiss nicht umfassend nutzt, aber dennoch gut findet: "nice to have", nennt das der Fachmann. Schön, es zu haben – und stolz darauf sein zu können.
Die Poleposition Düsseldorfs in dieser Studie reiht sich ein in eine lange Liste von guten Platzierungen bei ähnlichen Umfragen. Als lebenswerte Stadt ist Düsseldorf häufig in einer Gruppe mit Städten wie München, Hamburg, Zürich oder sogar Sydney und Vancouver. Eine internationale Studie der Agentur Mercer, einmal pro Jahr erhoben, kommt schon seit Jahren zu solchen Ereignissen. Wirtschaftlich gesehen spielt die Stadt eh in der Top-Liga – Pro-Kopf-Einkommen, Kaufkraft, Produktivität: Neben Frankfurt, Stuttgart, Hamburg und München ist das Dorf an der Düssel mit an der Spitze.
Im Rathaus hat man neulich einen ganz anderen Vergleich mit großer Genugtuung gelesen: Da ging es um die Qualität der hiesigen Verwaltung, der Bestnoten ausgestellt wurden. Für Glücksgefühl der Menschen scheint das aber keine Rolle zu spielen: Das Kriterium Verwaltung landete bei den in Düsseldorf gefragten Menschen auf dem letzten Platz.
Die Experten kommen dann in ihrem Fazit zu folgendem Schluss: Kein akuter Handlungsbedarf – auch wenn etwa die Verkehrsinfrastruktur einen leicht unterdurchschnittlichen Wert erzielt.
Das ist höflich formuliert und deutet an, was den in Düsseldorf lebenden Menschen offenbar die Laune verdirbt: Über die vielen Verkehrsstaus sind sie alles anders als glücklich.
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