Heinrich-Heine-Universität: Was Studenten in den Fokus nehmen
VON INA ARMBRUSTER - zuletzt aktualisiert: 24.02.2010 - 10:32Düsseldorf (RPO). An der Heinrich-Heine-Universität hat sich eine Fotogruppe gebildet. Jetzt präsentieren die Studenten erstmals ihre Werke in einer Ausstellung auf dem Campus – im Foyer der Universitätsbibliothek.
Etwas Bedenken, dort oben in fünfzig Metern Höhe seine Kamera zu verlieren, hatte Biologiestudent Jannik Heusinger schon. Im vergangenen Sommer setzte er sich in das riesige Kettenkarussell auf der Düsseldorfer Rheinkirmes. "Aber das Risiko war es mir wert", sagt er lachend. Jetzt sind seine Fotos vom Kirmesvergnügen gemeinsam mit Werken anderer Studenten im Foyer der Universitätsbibliothek ausgestellt.
Ursprünglich fand die Gruppe vor drei Jahren zusammen. Damals arbeiteten knapp hundert Studenten zusammen an einem Charity-Kalender für eine chronisch-kranke Kommilitonin. "Wir haben damals beide als Fotografen bei dem Projekt mitgemacht und sind danach in Kontakt geblieben", erzählen Alexander Klang und Götz Lehmann. Die Idee, eine feste Fotogruppe an der Uni zu gründen, ließ den Medizinstudenten und den Doktor der Physik nicht mehr los.
Im März vergangenen Jahres warben sie mit Aushängen für die Neugründung. "Seitdem vereinbaren wird jeden Monat ein oder zwei Themen, zu denen alle fotografieren können, beispielsweise ‚Herbst' oder ‚Künstliches Licht'", erklärt Klang. Die Ergebnisse werden in der Gruppe besprochen. Rund zwanzig Studenten sind regelmäßig dabei. "Es ist kein Fotokursus, in dem die Technik der Kameras erklärt wird, sondern es geht um die Bilder", sagt Lehmann.
Und es geht um die gemeinsamen Aktivitäten: "Viele sind in den unteren Semestern. Für alle ist es eine tolle Möglichkeit, Kontakte an der Uni zu knüpfen und Leute aus anderen Fachbereichen zu treffen", stellen die Gründer fest. Neben den regelmäßigen Treffen gibt es auch gemeinsame Kinobesuche oder Ausflüge wie eine Fahrt nach Amsterdam im vergangenen Jahr.
So unterschiedlich wie die Mitglieder sind auch die Ergebnisse: "Diversity" wurde die erste Ausstellung daher getauft. Sie zeigt Schwarz-Weißes, Knallbuntes, Verschwommenes und gestochen Scharfes. Mal wurde mit der Einwegkamera fotografiert, mal mit der Spiegelreflex oder einem alten, russischen Fotoapparat. Einige Erlebnisse aus dem Foto-Jahr werden die Teilnehmer dabei nicht vergessen: "Ich hatte Bilder zum Entwickeln gegeben. Als ich sie abholen wollte, erklärte mir die Dame vom Labor, dass sie die Bilder nicht abgezogen habe, weil sie alle unscharf waren", erzählt Götz Lehmann. Da habe er erklären müssen, dass er die fallenden Blätter absichtlich so aufgenommen habe.
Für seine Aufnahmen aus einem fahrenden Auto bastelte er sich extra ein Stativ für den Beifahrersitz. Ekaterina Panyutina fotografierte auf dem Uni-Gelände und stellte verblüfft fest, wie die Menschen auf sie und ihre Kamera reagierten: "Einige sind durchs Bild gelaufen, haben in die Kamera gewunken oder Victory-Zeichen gemacht." Sie ist zur Gruppe gekommen, weil sie kurz vorher eine Kamera geschenkt bekommen hatte und freut sich über Feedback.
Für die meisten Nachwuchsfotografen ist es die erste Ausstellung. "Es ist aufregend, seine eigenen Bilder hier hängen zu sehen", sagt Heusinger. Er beobachtet gerne die Gäste dabei, wie sie die Bilder betrachten und kommentieren. Daran, seine Fotos zu verkaufen, hat er bisher nicht gedacht: "Aber ich würde das natürlich machen. Das wäre eine große Anerkennung, wenn jemand sich dafür interessieren würde." Unterstützt wurde die Ausstellung unter anderem von der Uni-Bibliothek und vom Asta.
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