Anlieger unzufrieden: Wehrhahn-Linie: 30 Prozent Umsatzminus?
VON GESA EVERS - zuletzt aktualisiert: 24.04.2008 - 08:50Düsseldorf (RPO). Lange war sie lediglich eine verkehrspolitische Idee, nun wird die Wehrhahn-Linie Wirklichkeit. Unmittelbar betroffen von den Bauarbeiten sind Anlieger in der Alt- und Carlstadt. Nun trafen sie sich auf Einladung des Vereins Altstadt Gemeinschaft im K20, um mit Andrea Blome, Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement, und Bauleiter Gerd Wittkötter über das Mammutprojekt zu sprechen.
Kritik an Informationspolitik
Zunächst aber präsentierte Dirk Schaper, Vorsitzender der Altstadt Gemeinschaft, Ergebnisse einer Umfrage unter den Gewerbetreibenden. Von 300 Befragten hatten sich 107 beteiligt. Fazit: Knapp 60Prozent wissen erst seit drei Monaten, dass vor ihrer Tür eine Baustelle entstehen wird, und alle erwarten durchschnittlich 30 Prozent Umsatzeinbußen. Allerdings bewertet immerhin die Hälfte der Befragten die U-Bahnlinie grundsätzlich positiv.
Das änderte allerdings nichts daran, dass Andrea Blome und Gerd Wittkötter viel Skepsis entgegenschlug. Denn das Bauende im Jahr 2014 ist fern, der Lärm und Schmutz vor den Geschäftseingängen tägliche Realität. „Wir fühlen uns massiv beeinträchtigt. Die Mieter sind mit den Nerven am Ende“, klagte Heidemarie W., Händlerin an der Benrather Straße. Frank Fenner, Ladenbesitzer an der Grabenstraße, kritisierte die städtische Informationspolitik. „Es wäre schön gewesen, früher Bescheid zu wissen, was genau auf uns zukommt.“ Außerdem fehlten ihm wie vielen anderen im Saal Vorschläge seitens der Stadt, wie die Geschäftsleute ihre Verluste abfedern können.
Dazu Andrea Blome: „Wir sind der Meinung, dass wir die Menschen rechtzeitig und ausführlich informiert haben und das auch noch tun. An den betroffenen Stellen werden Ansprechpartner Fragen beantworten.“ Die Aufforderung, Ideen zur Stabilisierung des Umsatzes zu liefern, gab sie zurück. „Die Düsseldorfer Marketing und Tourismus GmbH ist jederzeit für Vorschläge wie Bannerwerbung offen“, sagte sie. Wirklich überzeugt von der Informationsoffensive wirkte kaum einer der Gäste. Dabei gab sich Andrea Blome alle Mühe, den gewaltigen Aufwand für die Wehrhahn-Linie zu erklären. „Es ist logistisch so anspruchsvoll, wie das Gebäude GAP 15 sechsmal in der Erde zu vergraben.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





