U-Bahnbau: Wehrhahn-Linie im Zeitplan
VON JAN SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 09.05.2009 - 11:04Düsseldorf (RPO). Der Bau der neuen U-Bahn-Trasse geht sichtbar voran. Während an manchen Stellen noch Baugruben entstehen, werden sie an anderen schon wieder geschlossen. Der Startschacht wächst, das "Meißel-Problem" vor dem Kaufhof ist gelöst. Für Autofahrer gibt es gute Nachrichten.
Noch. dominieren die Bauarbeiten für die Wehrhahn-Linie das Stadtbild – 40 Prozent der Schlitzwandarbeiten für die zukünftigen U-Bahnhöfe sind bereits fertig, das Projekt liegt voll im Zeitplan. Zwar wird die U-Bahn-Trasse erst 2014 fertig, doch zumindest für Autofahrer soll sich die Belastung Ende nächsten Jahres verringern. "Ab dann wird unterirdisch gearbeitet und es herrscht wieder freie Fahrt", sagt Projektleiter Gerd Wittkötter. Kleine Einschränkung: An der Jacobistraße wird sich die offene Bauweise bis ins Frühjahr 2011 ziehen – und auch danach wird viel Baugerät im Stadtbild sichtbar sein. Der aktuelle Stand der Arbeiten:
Startschacht Derzeit ist die Grube in Bilk, wo Ende Februar 2010 die Fahrt der 20 Millionen Euro teuren Tunnel-Bohrmaschine beginnt, zwölf Meter tief, die angepeilte Tiefe ist 17 Meter. Ende November wird auf einer Brücke über der Grube ein gewaltiger Kran errichtet, der die Teile der Maschine über die Straße in den Schacht hievt, wo sie zusammengesetzt wird. Angeliefert werden die Einzelteile per Schiff.
Kirchplatz Da sich der Bahnhof unter einer Kreuzung befindet, ist diese Stelle eine der haarigsten der Trasse. Die Schlitzwandarbeiten an der Westseite der Elisabethstraße sind, ebenso wie die Kanal-Umlegungsarbeiten, fast komplett fertig. Nächste Woche beginnt der Aushub. Sobald der Betondeckel auf der Grube liegt, wird die Baustelle auf die Kirchplatz-Seite verlegt.
Graf-Adolf-Platz Laut Wittkötter die "leichteste" und die am weitesten fortgeschrittene Baustelle: Der Kanal ist an der Westseite neu verlegt, der Deckel fertig betoniert. Derzeit wird er verfüllt. Am letzten Juniwochenende wechselt die Baustelle auf die andere Straßenseite.
Benrather Straße Hier laufen noch Kanalbauarbeiten, die Schlitzwände sind fertig. Der Deckel an der Kreuzung Kasernenstraße liegt tiefer als etwa am Graf-Adolf-Platz, da er nicht – wie andernorts – ein Provisorium ist, sondern bereits die endgültige Decke des späteren Bahnhofs darstellt. In gut einem Jahr sollen die oberirdischen Bauarbeiten beendet sein. Vor der Commerzbank ist zudem der Zielschacht der ersten Tunnelfahrt: Dort wird der Kopf der Maschine herausgehoben und zum Corneliusplatz transportiert, der Rest der Maschine fährt nach Bilk zurück und wird dort demontiert.
Heinrich-Heine-Allee Unter der Parkhaus-Einfahrt der Citibank wird der Anschluss an das bestehende U-Bahn-Netz geknüpft. Im Kreuzungsbereich werden derzeit die Reste der alten Treppenanlage in der Heine-Passage abgebrochen. Auf dem Corneliusplatz beginnt in Kürze der Aushub für den Startschacht der zweiten Tunnelfahrt Richtung Wehrhahn. In Richtung Breidenbacher Hof laufen vorbereitende Arbeiten für die Betonierung des Deckels. Die Meißel-Panne vor dem Kaufhof ist behoben: Das in 27 Metern Tiefe abgebrochene Bauteil ist einbetoniert. Ab nächster Woche wird ein neues Schlitzwand-Teil hergestellt. "Es entstehen keine Zusatzkosten", sagt Wittkötter.
Schadowstraße Im April haben die Schlitzwandarbeiten begonnen, die Toilettenanlage an der Tucht-insel wird abgebrochen.
Pempelforter Straße/Wehrhahn Wie in allen Bereichen, in denen im Boden gearbeitet wird, wird zunächst eine Kampfmittelsondierung vorgenommen. Daneben stehen Kanalarbeiten im Vordergrund.
Schadensmeldungen Derzeit gebe es um die 100 Schadensmeldungen, sagt Andrea Blome, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement. Die Ansprüche belaufen sich auf rund 400 000 Euro. Tatsächlich ausgezahlt wurde bisher jedoch erst eine Summe im fünfstelligen Bereich.
In unserer Fotostrecke haben wir den Stand der Arbeiten an den einzelnen Baustellen dokumentiert.
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