Exklusiv-Interview: Weltstar Victoria in Düsseldorf
zuletzt aktualisiert: 16.10.2008 - 07:51Düsseldorf (RPO). Victoria Beckham präsentiert ihre neue Kollektion derzeit in Europa. Im Exklusiv-Interview mit unserer Redaktion spricht sie über ihren neuen Stil, ihre Wahlheimat Los Angeles und ihre frührere Band, die Spice Girls.
Sie haben den Käufern ihrer neuen Kollektion empfohlen, die Jeans auch mal mit Turnschuhen oder Flip-Flops zu tragen. Woher kommt diese neue Lässigkeit?
Victoria Beckham Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich das mal sagen werde, aber das neue Modell ,Boyfriend’ sieht mit Turnschuhen einfach am coolsten aus.
Hat Ihr Umzug nach Los Angeles diesen Wandel veranlasst?
Beckham Es ist schon alles ein bisschen lässiger dort, aber ich denke es ist weniger unser neues Zuhause als das Reisen. Ich bin viel in Europa unterwegs, in Japan oder in New York und bringe von überall meine Eindrücke mit. Ich denke, das beste Werkzeug, das man einem Designer in die Hand geben kann, ist ein Flugticket.
Wie bringen Sie sich selbst in die Entwürfe ein?
Beckham Das ist trotz der vielen Einflüsse eine sehr persönliche Kollektion. Die Jeans haben eine starke Silhouette, sind zeitlos und nicht zu grell. Ich würde alle diese Entwürfe auch selber tragen, das macht sie sehr authentisch.
Gibt es denn etwas, das Sie schon getragen haben und nie wieder anziehen würden?
Beckham Wenn es so wäre, würde ich es Ihnen nicht verraten. Im Ernst: Zu seiner Zeit war es immer gut, was ich getragen habe. Ich denke, das ist es, was die Leute an mir mögen: Ich habe keine Angst, bestimmte Dinge zu tragen, und ich habe sichtlich Spaß sie zu tragen.
Haben Sie auch immer noch großen Spaß daran, die Sachen zu kaufen, oder bedienen Sie sich aus Ihrer eigenen Kollektion?
Beckham Ich gehe gar nicht so viel shoppen, wie die Leute immer glauben. Ich arbeite sehr viel, ich habe drei Kinder und einen Mann, da bleibt wenig Zeit. Ich liebe Kleidung, aber ich kaufe nur selten und dann sehr vorsichtig ein.
Warum vorsichtig?
Beckham Ich muss beim Kauf wissen, dass ich das, was ich kaufe, auch wirklich trage. Und so arbeite ich auch bei meiner Kollektion. Die Jeans sind zeitlos und von hoher Qualität, so dass man sie auch problemlos in der nächsten Saison tragen kann. Ich bin da eher praktisch veranlagt. Es ist schön, wenn ein Designer einen Mantel mit drei Armen entwirft, aber ich denke eher wie eine Kundin.
Als Kundin, die auch Mutter ist, müssten Sie folglich auch Kinderkleidung entwerfen.
Beckham Oh, das würde ich lieben, aber ich will meine Marke nicht zu schnell ausdehnen. Ich habe sehr gern die Kontrolle und expandiere deshalb lieber langsam.
Gibt es etwas, dass Sie nie in eine Kollektion aufnehmen würden?
Beckham Kurze Tops. Ich habe die Dinger schon gehasst, als ich sieben war, und hätte nicht gedacht, dass sie noch mal wiederkommen. Seitdem weiß ich: Sag niemals nie. Ich bin auch kein Fan von Ballerina-Schuhen. Ich weiß, viele mögen die, aber ich laufe darin wie eine Ente.
Das klingt, als würden Sie konservativer.
Beckham Ich fürchte auch. Ich habe den Fehler ja auch gemacht, zu viel zu zeigen. Heute weiß ich, dass es wirklich sexy ist, ein bisschen was der Vorstellung zu überlassen. Wer einen kurzen Rock oder ein kurzes Kleid trägt, sollte oben herum etwas zurückhaltender sein und umgekehrt.
Haben Sie nicht Angst, dass Sie so Ihren Ruf als Stil-Ikone riskieren?
Beckham Ich weiß gar nicht, ob ich eine Stil-Ikone bin. Ich bin doch erst seit elf Jahren berühmt. Ich glaube so etwas braucht mehr Zeit. Audrey Hepburn, Jackie Onassis, das sind definitiv Stil-Ikonen. Ich bin bis jetzt nur ein Mädchen für andere Mädchen. Kein Mädchen, dessen Poster Jungs an der Wand haben, sondern ein Mädchen, dessen Stil andere Mädchen mögen.
Sie haben die Welttournee mit ihrer Band, den Spice Girls, im Februar beendet. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie noch einmal zusammenkommen?
Beckham Im Moment bezweifle ich sehr, dass es ein weiteres Comeback geben wird. Ich spüre einfach nicht mehr die große Leidenschaft, wenn ich auf der Bühne stehe. Was ich jetzt mache, das ist, was ich wirklich will. Die Mode ist nicht einfach eine Sache, das ist die Sache.
Gibt es eine Situation, in der Sie niemals eine Ihrer Jeans tragen würden?
Beckham Wahrscheinlich in der Badewanne, und vermutlich auch nicht im Bett.
Christian Herrendorf führte das Interview.
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