Großes Fest zum Jubiläum: Wenn ein See 50 wird
VON DIRKE KÖPP - zuletzt aktualisiert: 25.07.2006 - 13:20Düsseldorf (RP). Das Unglücksboot war gestern bereits wieder auf dem Unterbacher See unterwegs. Vier Jungen hatten sich das Tretboot Nummer 50 gemietet, das acht Jugendliche in der Nacht zu Sonntag gekapert hatten und bei deren Ausflug ein 20-Jähriger ertrank. Den Vertretern des Zweckverbandes Unterbacher See war das Entsetzen über den Tod des jungen Mannes und das Ertrinken eines 50-Jährigen am Samstag indes noch deutlich anzusehen. Dennoch will der Verband am kommenden Wochenende sein 50-jähriges Bestehen feiern. „Die Unfälle haben uns sehr betroffen gemacht“, sagte Sportdezernent Wilfried Kruse, „und es fällt uns schwer, das Fest unter diesen Umständen anzukündigen. Aber weil alles geplant ist, soll es nun auch stattfinden.“
Am Samstag sollen vor allem Kinder auf ihre Kosten kommen: Ganztägig gibt es eine Riesen-Wasserrutsche, einen Kletterturm und jede Menge Spiele; um 14 Uhr wird im Strandbad Süd das neue Spielschiff getauft, für das die Kinder derzeit Namensvorschläge abgeben können. Ab 18 Uhr steigt im Nord-Bad eine Beach-Party mit Livemusik von „Ricewood“, Cocktailbar und einem Wettbewerb um das beste Strand-Outfit für den Abend. Der Sonntag dreht sich um Wassersport mit Schnupper-Segeln, einer Vorführung der Tauchergruppe der Berufsfeuerwehr und einer Schrottregatta (14.30 Uhr). „Daran kann jeder teilnehmen, der ein Gefährt gebaut hat, das schwimmt“, erläutert Klaus Schräpfer, stellvertretender Verbands-Geschäftsführer. Zum Fest zahlen Besucher in den Bädern und im Bootsverleih nur die Hälfte.
Vom Baggerloch, aus dem ab den 1920er Jahren Kies gewonnen wurde, mauserte sich der See zu einem der beliebtesten Naherholungsgebiete der Region. 2,5 Millionen Spaziergänger, Jogger, Schwimmer und Wassersportler zieht er jährlich an. 2006 verspricht ein Rekordjahr zu werden: „Wir haben schon 410000 Euro Umsatz gemacht, davon allein 260000 Euro im Juli“, sagt Klaus Schräpfer. In die Strandbäder kamen 210000 Gäste - eine Zahl, bei der Schräpfer ins Schwärmen gerät: „Vielleicht knacken wir die insgesamt 300000 Besucher von 2005.“
Bis 2008 wollen die Städte Düsseldorf, Hilden und Erkrath 1,5 Millionen Euro in das Erholungsgebiet investieren. Die Bootsstege wurden bereits saniert, ein Slip-Steg, über den Boote ins Wasser gelassen werden, verlängert. In Planung ist nun, das Süd-Bad zu modernisieren und die Radwege instand zu setzen.
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