Düsseldorfer Autor arbeite an Doku mit: Wenn Frauen morden - der Fall Ruth Blaue
zuletzt aktualisiert: 12.01.2009 - 11:21Düsseldorf (RPO). 14. November 1946: Es regnet in Elmshorn bei Hamburg, als der 22-jährige Horst Buchholz ein schweres Paket in einem kleinen Teich versenkt. Ruth Blaue (32) steht am Ufer und schaut ihm zu. Inhalt des Pakets: die Leiche von Ruths Ehemann John.
Er ist mit fünf Axthieben getötet und dann in einen Teppich gewickelt worden. Wenige Tage später meldet Ruth Blaue ihren Mann als vermisst. Er sei in den Osten gefahren, um dort einen Lkw für sein Fuhrgeschäft abzuholen, erklärt sie der Polizei. Ein Jahr später finden badende Kinder eine verweste Leiche in dem Elmshorner Teich. Sie kann nicht mehr identifiziert werden.
Erst acht Jahre später stößt ein Beamter bei der Durchsicht alter Akten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Vermisstenanzeige und der gefundenen Leiche. Nach kurzer Recherche lässt er Ruth Blaue und ihren damaligen Liebhaber Horst Buchholz verhaften. Beide geben die Tat schnell zu. Blaue wird verurteilt, kommt nach 14 Jahren Haft wieder frei. Buchholz nimmt sich kurz vor Prozessbeginn das Leben.
Mit dem 45-minütigen Film von Ute Bönnen und Gerald Endres startet die dreiteilige NDR-Reihe „Wenn Frauen morden“ (jeweils montags, 21 Uhr, ARD), die außerdem den „Enzianmord“ von Christel Müller (1967) und die Geschichte vom „Blaubeer-Mariechen“ aus Mönchengladbach (1983) thematisiert. Die Macher beleuchten die Hintergründe der Taten, indem sie Zeitzeugen interviewen und Originalberichte analysieren.
Vorlage stammt von Düsseldorfer Autor
Die Buchvorlage der ARD-Reihe stammt von den Düsseldorfer Autor und Kriminalkommissar Stephan Harbort. Er hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt eine Betrachtung über Serienmörder und ihre Opfer.
Harbort sagt, Frauen würden als Täterinnen oft unterschätzt. "Ein Mann mordet in der Regel, wenn er Grenzen überschreitet - eine Frau, wenn sie ihre Grenzen verteidigen will", sagte Harbort im Interview mit der Zeitschrift "Brigitte". Zwar würden nur 12 bis 14 Prozent aller Morddelikte von Frauen verübt, allerdings blieben deren Taten häufiger unaufgeklärt.
Die Doku ist Montagabend um 21 Uhr in der ARD zu sehen. Buch: Stephan Harbort: "Wenn Frauen morden", Eichborn Verlag, ISBN 978-3-8218-5703-9, 16,95 Euro.
Bilder aus der Dokumentation und Informationen zu den drei Mordfällen finden Sie hier.
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