Deutschland-Serbien, Freitag, 13.30 Uhr: Wer arbeitet, wer Fußball gucken darf
VON EVA FIEDLER - zuletzt aktualisiert: 16.06.2010 - 16:27Beim Spiel gegen Australien gab es das Problem nicht. Vergangenen Sonntag, 20.30 Uhr, hatte fast jeder frei. Freitag, 13.30 Uhr, sieht das anders aus. Wer darf mittags Fußall gucken, wer muss arbeiten? Wir haben uns in Düsseldorf umgehört.
Das Wichtigste vorweg: Offiziell fußballfrei gibt so gut wie kein Unternehmen in der Landeshauptstadt. Tenor der meisten Arbeitgeber: Wer Fußball gucken will, muss sich frei nehmen. Das gilt auch für die rund 5000 Mitarbeiter der Henkel-Zentrale in Düsseldorf. „Wie bei der letzten WM gibt es keine Sonderregelung“, sagt Sprecher Marco Lippert. Wer Fußball gucken wolle, müsse Urlaub nehmen oder die Stunden durch Gleitzeit wieder ausgleichen. Für Stimmung in der Henkel-Zentrale im Düsseldorfer Süden sorgt das Unternehmen mit anderen Mitteln. Ein WM-Tippspiel und spezielle Menüs in der Kantine mit schmackhaften Namen wie „Buttermakrele Südafrika“ und „Rumpsteak Mexiko“ sollen die Belegschaft bei Laune halten.
Bei Vodafone macht jede Abteilung individuell aus, ob das Deutschlandspiel gemeinsam geguckt wird oder ob einzelne Mitarbeiter Urlaub nehmen müssen. Eine generelle Regelung für die 5000 Angestellten im Raum Düsseldorf gibt es nicht. „Wichtig ist, dass die Arbeitsprozesse aufrecht erhalten werden“, sagt Vodafone-Sprecher Thomas Krick.
Schicken Sie uns Ihre WM-Fotos!
Wir suchen Ihre schönsten Bilder, egal ob vom Public Viewing, von der WM-Party im eigenen Wohnzimmer oder von phantasievollen Fan-Verkleidungen. Wenn sie mitmachen möchten, schicken Sie ihre Fotos an opinio@rp-online.de. Bitte nennen Sie Ihren Namen, den Aufnahmeort (Stadt) und die Namen der Personen, die auf dem Bild zu sehen sind. Wichtig: Abgebildete Personen müssen mit der Veröffentlichung einverstanden sein.
Zwar werden in den Vodafone-Shops schwarz-rot-goldene Vuvuzelas mit Firmen-Logo für 2,99 Euro zum Kauf angeboten. "Unsere eigenen Vuvuzelas sind aber im Vodafone-Gebäude weniger zu hören", so Krick. Im Haus gehe der Betrieb ganz normal weiter, aber natürlich hätten viele Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz mit Fähnchen und anderen Fanartikeln geschmückt.
„Fußball ist Privatsache“, sagt Joëlle Kleophas-Bettzuege, Pressesprecherin der Sparkasse Düsseldorf. „In der Sparkasse gibt es kein Public Viewing für die Mitarbeiter.“ Es gebe aber bestimmt einige der 2170 Beschäftigten, die ihre Mittagspause verlängern würden, um gemeinsam das Spiel zu gucken. Das „Bankerdress“, also Anzug und Krawatte, sei auch für die Zeit der WM weiter angemessen. „Die Kunden brauchen keine Sorgen zu haben, in den Filialen im Trikot und mit Vuvuzelas empfangen zu werden“, scherzt Kleophas-Bettzuege.