Teure Joggingstrecke: Wer zahlte defekte Leuchten?
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 12.01.2011 - 07:31Düsseldorf (RPO). Die Joggingstrecke in Oberkassel beschäftigt wieder den Bund der Steuerzahler (BdSt). Er geht Informationen nach, wonach die Stadt Düsseldorf die Reparatur der anfälligen Beleuchtung selbst gezahlt habe, statt die Gewährleistung durch das ausführende Unternehmen in Anspruch zu nehmen.
Für den Steuerzahlerbund wäre dies ein weiterer Fall der Verschwendung von Steuergeldern. Eine Anfrage, ob das zutrifft, hat der BdSt eigenen Angaben zufolge ans Rathaus geschickt.
Dort betrachtet man die Vorwürfe gelassen. Die Stadt habe keinen Cent für die Instandsetzung der Anlage in die Hand genommen. Bei den aufgetretenen Störungen habe es sich um Gewährleistungsschäden gehandelt, bei denen dem Hersteller jeweils angemessene Fristen zur Behebung zugestanden werden mussten, teilte Stadtsprecher Manfred Blasczyk gestern mit. Die Leuchten seien so lange ausgefallen, weil Ersatzteile nur in begrenztem Ausmaß zur Verfügung standen. Bei dem eingesetzten LED-Leuchtensystem handele es sich um ein Pilotprojekt.
Der Bund der Steuerzahler war bereits im Juni 2009 auf eine drohende Verschwendung in der Landeshauptstadt aufmerksam geworden. Die geplante Beleuchtung für die Joggingstrecke im Linksrheinischen sei überflüssig, weil nur 30 Meter entfernt der beleuchtete Kaiser-Wilhelm-Ring verlaufe. "Diesen Umweg wollte die Ratsmehrheit den Sportlern aber nicht zumuten", so der BdSt. Der Rundkurs sollte sich aber dadurch auszeichnen, dass die Läufer keine Straßen kreuzen müssten. Schließlich wurde die Beleuchtung für 170 000 Euro gegen den Widerstand der Opposition im Rathaus beschlossen. In den ursprünglichen Planungen waren seitens der Stadt mal gut 400 000 Euro veranschlagt worden.
Im August 2009 war die Anlage in Betrieb genommen worden . Danach sind wegen fehlerhafter Leuchtenkörper immer wieder Störungen aufgetreten, die in der Regel einzelne Leuchten betrafen, "in Einzelfällen jedoch auch zum Ausfall der gesamten Anlage führten". so Blasczyk.
Landschaftsbeirat war dagegen
Der Landschaftsbeirat hatte sich gegen eine beleuchtete Jogging-Strecke am Rhein ausgesprochen. Die empfindliche Natur der Rheinwiesen solle nicht durch zusätzliches Licht gestört werden, die Läufer könnten den Gehweg des Kaiser-Wilhelm-Rings benutzen. FDP-Sportpolitikerin Monika Lehmhaus hatte dem vehement widersprochen: "Unter den dortigen Platanen ist es dunkel, Läufer fühlen sich zurecht unsicher."
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