Erweiterung des "museum kunst palast": Wettbewerb für den Ehrenhof
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 10.07.2008Düsseldorf (RPO). Die von OB-Kandidat Dirk Elbers (CDU) ins Gespräch gebrachte Erweiterung des „museum kunst palast“ stößt auf breite Zustimmung. Einig ist man sich auch darin, einen Architekten-Wettbewerb durchzuführen. Die bisher diskutierte Idee stammt vom Düsseldorfer Büro HPP.
Einigkeit ist in der Düsseldorfer Politik selten. Es gibt aber Themen, zu denen sich schlecht Nein sagen lässt. Die Erweiterung des „museum kunst palast“ am Ehrenhof gehört ohne Frage dazu: 90 Prozent der Museumsschätze lagern in Archiven, darunter Werke von Uecker, Richter und Hockney. „Eine Erweiterung der Ausstellung wäre fantastisch“, sagt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Ihm schwebt vor, den neuen Raum vor allem für Fotografie zu nutzen – mit renommierten Düsseldorfer Namen von Becher über Gursky bis hin zu Struth.
Ins Rollen gebracht hat die aktuelle Diskussion Dirk Elbers, was dem OB-Kandidaten der CDU prompt den Vorwurf einbrachte, das Thema für Wahlkampf in eigener Sache zu missbrauchen. „Das ist aber nicht aus der Hüfte geschossen“, versichert Friedrich G. Conzen (CDU), Kulturausschuss-Vorsitzender und Elbers-Vertrauter. Tatsächlich hatte sich Elbers bereits in seiner Nominierungs-Rede am 20. Juni für die Erweiterung stark gemacht. „Und ich lege großen Wert darauf, dass es für das Projekt einen Wettbewerb mehrerer Architekturbüros gibt“, sagt Elbers zu der Hauptforderung von SPD und Grünen, die eine Erweiterung prinzipiell begrüßen.
Hinter den Kulissen hat das Düsseldorfer Architekturbüro HPP, das bereits an der Ehrenhof-Sanierung beteiligt war und sich auch einem Wettbewerb stellen würde, bereits einen ersten Entwurf für die Erweiterung entwickelt: Demnach könnte unter dem Ehrenhof eine Fläche von bis zu 7000 Quadratmetern entstehen, möglicherweise mit einem Lichthof in der Mitte.
Vor dem NRW-Forum soll unterirdisch eine Tiefgarage mit etwa 380 Stellplätzen für das Kunstmuseum und die Tonhalle gebaut werden. „Es ist keine tiefgründige Untersuchung, sondern eine Idee, wie man den denkmalgeschützten Ehrenhof ohne größere Eingriffe erweitern könnte“, sagt HPP-Gesellschafter Hermann Henkel. „Das Äußere ist für uns unantastbar.“ Parallelen zum Pariser Louvre sieht Henkel nur insofern, als der neue Ausstellungsraum unterirdisch gebaut werden soll. Eine Glas-Pyramide sei nicht Teil des Konzepts. „Wir wollen auch keinen Abklatsch vom Louvre, sondern dem Ganzen ein eigenes Gesicht geben“, stellt Lohe klar.
Ein Kritikpunkt bleibt der Opposition: Das Energieunternehmen Eon, das an der Stiftung beteiligt ist, solle sich an den Kosten von geschätzten 20 bis 25 Millionen Euro beteiligen, fordern Cornelia Mohrs (SPD) und Günter Karen-Jungen (Grüne). „Ich finde, eine Stadt wie Düsseldorf sollte sich Investition in den Standortfaktor Kultur leisten“, entgegnet Elbers. Gespräche, auch mit Eon, wolle er jedoch führen.
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