Ehemaliges Güterbahnhofsgelände: Widerstand gegen Belsenpark
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 11.07.2009 - 16:52Düsseldorf (RPO). Das ehemalige Güterbahnhofsgelände im Herzen Oberkassels ist eines der wichtigsten Projekte der Stadtentwicklung der kommenden Jahre. Vereine und Bürgerinitiativen fürchten jedoch, dass mehr Gewerbe als Wohnungen entstehen. Unter ihnen: Kunstsammlerin Julia Stoschek.
Der Belsenpark in Oberkassel ist für Planer und Investoren eines der ambitioniertesten Projekte der Stadtentwicklung. Er ist auch eines, über das schon lange geredet wird - und das mehrfach schon aufgehalten worden ist. Auch jetzt, da nach langem Ringen ein veränderter Bebauungsplan vorliegt, stößt das Projekt auf Widerstand. Vereine im linksrheinischen Teil Düsseldorfs und Bürgerinitiativen haben sich zusammengeschlossen. Sie wollen die Bebauung auf dem früheren Güterbahnhofsgelände in ihrer jetzigen Form verhindern.
Die Kritiker befürchten, dass der Investor „Vivico Real Estate“ gewerbliche Nutzung vermarkten will und nur zu einem geringeren Teil Wohnungen entstehen sollen. Auch die Geschosshöhe ist umstritten. Im B-Plan sind sechsgeschossige Gebäude vorgesehen. Nach Ansicht der Gegner sind vier Stockwerke gerade verträglich.
Der Verkehr nimmt zu
Weitere Gründe: Der Einzelhandel an der Luegallee werde gefährdet, wenn auf dem Areal Geschäfte mit großer Verkaufsfläche entstünden. Auch ökologische Aspekte wurden immer wieder genannt. Problematisch seien außerdem die Anbindung und das erhöhte Verkehrsaufkommen. Zu den Gegnern des Projekts zählt eine prominente Oberkasselerin: die Kunstsammlerin Julia Stoschek. Sie spricht offen darüber, Düsseldorf mit ihrer Sammlung von internationalem Format zu verlassen, falls die Bebauung wie geplant kommt.
In sieben Metern Abstand zu ihrem Ausstellungshaus an der Schanzenstraße in einem ehemaligen Fabrikgebäude soll am Greifweg gebaut werden. Ihr Vorwurf: Vier Jahre lang habe sie ihr Haus auf eigene Kosten genauestens nach den Regeln des Denkmalschutzes umgebaut - ohne dass sie darauf aufmerksam gemacht worden sei, welche Ausmaße das Projekt Belsenpark annehmen könnte. Aufmerksam werden die Entwicklungen an der Hansaallee im Rheinbahnhaus verfolgt.
Je nachdem, wie groß die Ausdehnung des Belsenparks letztlich sein wird, könnte das Verkehrsunternehmen seinen Standort aufgeben - schließlich steht das Verwaltungsgebäude auf einem Filetgrundstück. Wenn das Geld stimmt, könnte der Vorstand den mehrfach angedachten Plan umsetzen, auf dem Betriebshof in Lierenfeld neu zu bauen. Wie hoch die Summe sein muss, damit die Rheinbahn den Standort aufgibt, sagt sie nicht.
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