13 500 Unterschriften gesammelt: Widerstand gegen Victoria-Bau
VON HANS ONKELBACH UND JAN SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 11.08.2007 - 10:39Die Initiative „Rettet den Golzheimer Friedhof” hat 13 500 Unterschriften vorgelegt und könnte damit ein Bürgerbegehren gegen den geplanten neuen Bürotrakt an der Fischerstraße auf den Weg bringen.
Der Widerstand gegen die Erweiterungspläne der Victoria an der Fischerstraße steht, und er wird immer konkreter: Gestern übergab die Initiative „Rettet den Golzheimer Friedhof” rund 13\x0f500 Unterschriften an den Beigeordneten Werner Leonhardt verbunden mit der Bitte, das Bürgerbegehren zügig dem Oberbürgermeister und somit dem Rat vorzulegen. Er könne nicht versprechen, dass dies rechtzeitig bis zur nächsten Ratssitzung am 30.\x0eAugust geschieht, sagte Leonhardt. Die Gruppe, die behauptet, noch ein paar tausend weiterer Unterschriften vorlegen zu können, würde damit die gesetzlichen Vorgaben für ein Bürgerbegehren (s. Info-Kasten) erfüllen. Der Rat wäre demnach verpflichtet, sich nochmals damit zu beschäftigen, ob die Victoria an der Fischerstraße bauen darf.
Die Victoria selbst mag die Unterschriften-Aktion nur zurückhaltend kommentieren. Sie spricht von einem „gesetzlich begründeten Recht, das die Bürger genutzt haben”, betont aber auch, keinen Anlass zu sehen, in ihren Vorbereitungen für den Neubau zu zögern. Man sei den Anwohnern sehr weit entgegen gekommen, habe die Planung nach den Wünschen der Nachbarn abgespeckt, sei aber enttäuscht, dass auf Seiten der Initiative mit falschen Vorwürfen gearbeitet werde.
Die Versicherung, die zur Ergo-Gruppe gehört, hatte zuletzt betont, eine weitere Verkleinerung des geplanten Neubaus sei wirtschaftlich nicht machbar. Den Gegnern des Projektes war mehrfach vorgeworfen worden, es gehe gar nicht um den Friedhof, sondern nur um Wegfall von weit über 100\x0eParkplätzen, die das Baugrundstück heute bietet.
Derweil bekommt die Initiative Unterstützung vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Deren Vorsitzender, Adolf Nitsch, sagt: „Der Friedhof darf nicht zum Hinterhof der Victoria verkommen!” Es gebe handfeste Gründe gegen eine Bebauung, so auch die ehemalige Kustodin von Schloss Benrath, Inge Zacher: „Kleinklimatische Veränderungen führen zu einer stärkeren Vermoosung, und dadurch wären die vielen historischen Grabmäler, etwa von Schadow, Immermann und Weyhe, akut bedroht.” Um die Parkplätze gehe es der Initiative jedoch nicht. „Aber einige haben wohl deswegen unterschrieben, weil sie einen generellen Unmut über die Stadtplanung hegen”, so Sprecherin Gisela Dapprich.
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