Goethe-Institut und Institut Français: Wie Germanen und Gallier voneinander lernen
VON MAIKE SCHULTE - zuletzt aktualisiert: 19.01.2006 - 16:27Düsseldorf (dto). Im Herbst 2004 drohte dem Düsseldorfer Goethe-Institut noch die Schließung. Eine neue Kooperation mit dem Institut Français brachte die Rettung. Zum deutsch-französischen Tag am 22. Januar starten Germanen und Gallier ihre Zusammenarbeit unter dem Motto „Deutsch und Französisch – bessere Chancen im Beruf!“. Geplant sind Sprachkurse der etwas anderen Art. Nicht nur Grammatik und Vokabeln stehen auf dem Stundenplan, sondern auch deutsch-französische Diskussionen über die kulturellen Eigenarten des anderen Landes.
Am 22. Januar 1963 besiegelten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle mit der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages die deutsch-französische Freundschaft. Seit 2003 wird dieses Datum dies- und jenseits des Rheins mit einem deutsch-französischen Tag gefeiert. Die Außenminister geben jedes Jahr ein neues Thema vor. „Deutsch und Französisch – bessere Chancen im Beruf!“ lautet es in diesem Jahr. „Deutschland und Frankreich sind jeweils der wichtigste Wirtschaftspartner füreinander“, erläutert Brigitte Borsdorf, Leiterin des Institut Français. Nicht zuletzt deshalb hat der deutsch-französische Ministerrat im Oktober 2004 die Förderung deutsch-französischer Sprachkenntnisse beschlossen.
Mit ihren neuen Sprachkursen leisten Goethe-Institut und Institut Français ab Frühjahr ihren eigenen Beitrag. Für fast jede Altersgruppe ist etwas dabei. Schüler treffen sich im Jahr der Fußball-WM zum gemeinsamen Kicken, anschließend diskutieren Deutsche und Franzosen in der jeweiligen Fremdsprache über das runde Leder. In puncto Fußball kann das Goethe-Institut auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. "Wir betreuen die ausländischen Spieler von Rot-Weiß Essen", erklärt Roland Schmidt, Leiter des Instituts.
Ältere Schüler und Studenten aus beiden Ländern pauken an sechs Wochenenden nicht nur die Sprache des Partnerlandes, sondern erhalten auch einen Einblick in die unterschiedlichen Hochschulwelten. Mitarbeiter deutsch-französischer Firmen lernen, interkulturelle Fettnäpfchen zu vermeiden. Vom Telefonat über Bewerbungen bis hin zu Meetings - zweieinhalb Monate lang vertiefen sich die Teilnehmer in die die unterschiedlichen Unternehmensrituale beider Länder.
Wer das Angebot von Institut Français und Goethe-Institut erst einmal kennen lernen will, bevor er zum Semesterstart in dieser Woche den passenden Sprachkurs bucht, hat dazu am 22. Januar ab 13.30 Uhr in der Willi-Becker-Allee 10 Gelegenheit. Kursteilnehmer präsentieren Projekte aus dem Deutschunterricht, Lehrer des Institut Français bieten kostenlose Schnuppersprachkurse für Kinder und Erwachsene an. Auch für kulturelle Schmankerln ist gesorgt. Lutz Görner rezitiert Texte französischer Lyriker. Akteure des Düsseldorfer Schauspielhauses veranstalten szenische Lesungen in der Oldiebahn der Rheinbahn. Die zweisprachige Rundfahrt startet um 11.52 Uhr und 12.52 Uhr am Jan-Wellem-Platz.
Infos zum 22. Januar und zu den Sprachkursen:
Institut Français: Bilker Allee 7-9, Tel. 0211-13067915
Goethe-Institut: Willi-Becker-Allee 10, Tel. 0211-99290
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