Container-Panne: Wieder Ärger um Wehrhahn-Linie
VON JAN SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 12.04.2009 - 09:52Düsseldorf (RPO). Am Donnerstag wurde Baugerät auf der Kasernenstraße abgestellt, das die Sicht auf mehrere Geschäfte versperrt – entgegen der Zusage und Absicht von Projektleiter Wittkötter. Dieser will den Fehler schnellstmöglich beheben.
Gründonnerstag begann für Georg Strathmann mit einer unliebsamen Überraschung. Um sein Herren-Bekleidungsgeschäft mit Osterdekoration zu schmücken, war er schon frühmorgens an der Kasernenstraße – und traf dort auf Arbeiter, die sich anschickten, massives Baugerät für die Wehrhahn-Linie vor seiner Schaufensterfront aufzustellen. "Das war absolut nicht angekündigt", sagt Strathmann. Er setzte sich umgehend mit Gerd Wittkötter, Projektleiter der Wehrhahn-Linie, in Verbindung, der ihm daraufhin persönlich zusicherte, vom Aufstellen der Container abzusehen. Wenige Stunden später stand plötzlich dennoch ein großer gelber Baucontainer vor dem Schaufenster Strathmanns.
"Da ist schlicht und einfach etwas massiv schief gelaufen", sagt Wittkötter, der den Vorgang sehr bedauert. "In der Tat habe ich Herrn Strathmann zugesichert, dass dort vor Ostern nichts mehr passiert und wir uns am Dienstag gemeinsam eine Lösung überlegen, die die Sicht auf die Geschäfte offen lässt. Da war offensichtlich ein übereifriger, verzeihen Sie den Ausdruck, Idiot am Werk, der am Dienstag von mir das Wort zum Sonntag zu hören bekommen wird."
Worte, die Strathmann gerne hören dürfte, der sich am Donnerstagnachmittag "verschaukelt" fühlte und "stinksauer" war – zumal ihm der zuständige Anliegerbetreuer gesagt habe, dass am Dienstag noch zwei weitere große Container vor dem Geschäft aufgestellt werden und dort auch bis Juli stehen bleiben sollten. "Ich bin auf die Sichtachse von der Grabenstraße angewiesen, damit Laufkundschaft vorbeikommt", sagt der 58-Jährige, dessen Geschäft seit 1954 am Platz ist. "Schon vorher hatte ich deutliche Umsatzrückgänge, jetzt wäre ich völlig zugebaut. Wenn das bis Juli so bleibt, wird mein Geschäft nicht überleben können."
Laut Andrea Blome, Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement, sei von Anfang an vorgesehen gewesen, die Fläche vor dem Eiscafé Pia, dem Herrenmodegeschäft und dem Optiker an der Ecke der Kasernenstraße für Baucontainer zu benutzen. "Ich muss davon ausgehen, dass dies den Anliegern gegenüber auch entsprechend kommuniziert worden ist. In ihrem Interesse haben wir sogar möglichst lange damit gewartet, die Container aufzustellen, damit die Sicht so lange wie eben möglich offen bleibt."
Gabi Thor sieht dies anders. "Das mit den Containern war definitiv nicht angekündigt, und der Zeitpunkt kurz vor Ostern ist völlig daneben", sagte die Inhaberin des "Brillenecks" am Donnerstag, sichtlich irritiert. Die Existenz ihres Geschäfts sei durch die Baustelle zwar nicht gefährdet, doch der "Informationsfluss seitens der Stadt geht gegen Null". Thor und Strathmann setzen jedoch große Stücke auf die Sogwirkung der Eisdiele, die viele Passanten in die Straße spült. "Aber das ist ein anderer Magnetismus als bei mir", sagt Strathmann. "Bei Pia geht es um das Schmecken, mein Geschäft funktioniert dadurch, dass es gesehen wird."
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