Erwins Tochter: "Wir haben ihn an die Stadt verloren"
VON KATHARINA SCHÄDER - zuletzt aktualisiert: 29.05.2008 - 13:29Tränen bei der Trauerfeier für Düsseldorfs Bürgermeister Joachim Erwin: Die gefühlvolle Rede von Tochter Angela berührte viele der Trauergäste tief. Angela Erwin sprach über das Leben ihres Vaters mit dem Amt und mit der Krankheit.
Mit zitternder Stimme und unter Tränen erzählte Angela Erwin von den letzen Wochen und Tagen mit ihrem Vater: "Zum Schluss wollte er träumen, schlafen, sich ausruhen. Er sagte, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr." Trotz der mit dem Darmkrebs verbundenen Schmerzen sei ihr Vater lange stark geblieben: "Er hat sich nie beklagt. Er hat bis kurz vorher versucht, die Krankheit nicht überhand nehmen zu lassen."
Die Erkrankung ihres Vaters war ein Schock für die Familie Erwin: "Er war so jung, sollte doch noch für uns da sein!", schildert Tochter Angela ihre Reaktion auf die Nachricht. Die Zeit mit dem Vater war auf einmal noch kürzer. Dabei hatte sie sich schon daran gewöhnen müssen, dass Joachim Erwin seit seiner Wahl zum Oberbürgermeister nur noch wenig Zeit für die Familie hatte.
Joachim Erwin war Bürgermeister mit Leib und Seele, arbeitete sogar bis kurz vor seinem Tod. Nachdem er 1999 das Amt übernommen hatte, musste "unser Familienleben ohne ihn stattfinden. Wir haben ihn an die Stadt verloren," so Angela Erwin. "Doch ich möchte mich nicht beklagen. Dass er Oberbürgermeister geworden ist, war sein größter Lebenstraum und wir standen alle hinter ihm."
Der Tod ihres Vaters hat Angela Erwins Leben verändert: "Papa, es ist so schwer, nach Hause zu kommen. Alles erinnert an Dich. Deine tausend Krawatten auf dem Tisch, Dein totales Chaos, das Mama nie wegräumen durfte. Papa, wir lieben Dich. Wir werden Dich nie vergessen."
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