Karneval: Wirte testen Biergläser aus Kunststoff
zuletzt aktualisiert: 26.01.2011 - 08:52Düsseldorf (RPO). Verletzungen durch Glasscherben, erhöhter Gläserschwund und dann auch noch Ärger mit dem Ordnungsamt – die Wirte der Altstadtlokale Till Eulenspiegel und Till's Eleven wollten dem vorbeugen und schenken an den Karnevalstagen das Bier in Kunststoffbechern statt in Gläsern aus.
Mit den Altbiergläsern gab es Karneval immer wieder Probleme, weil Gäste ihr Bier mit vor die Tür nehmen wollten und weil mehr Gläser als sonst zerbrochen sind. Türsteher mussten am Ausgang dafür sorgen, dass kein Glas mitgenommen wurde.
Von den Polycarbonatbechern ist Wirtin Annette Helmus begeistert. Sie seien spülmaschinenfest, gefrierertauglich und nahezu unzerbrechlich: "Man kann sogar mit dem Auto drüberfahren." Und sie sind darüber hinaus umweltfreundlicher als Einwegbecher.
500 Kunststoffbecher
Andere Wirte machen es sich einfacher: Bei ihnen wird das Bier draußen in Einwegbechern ausgeschenkt, drinnen in Gläsern. Die Brauerei Zum Schlüssel will prüfen, ob Mehrwegbecher aus Kunststoff in Zukunft eine Alternative sein könnten. Doch in dieser Session bleibt es bei der bisherigen Lösung. Dafür müssen Türsteher am Eingang und Ausgang aufpassen, dass die Gäste ihre Gläser nicht mitnehmen.
Michael Schnitzler vom Uerige winkt beim Thema Polycarbonatbecher dagegen ab: "Aus Einwegbechern zu trinken ist immer noch angenehmer." Außerdem sei die Handhabung einfacher. Also gibt es draußen weiter Einwegbecher, drinnen Gläser – und auch keine Sicherheitsleute, so Schnitzler: "Wir sind die letzten 150 Jahre ohne Sicherheitsleute ausgekommen und sind guter Hoffnung, dass das auch dieses Jahr möglich ist."
500 Kunststoff-Altbierbecher haben Annette und Willi Helmus für die Karnevalstage bestellt, danach gibt es das Bier wieder aus Gläsern, denn, so Annette Helmus: "Die Gäste akzeptieren Kunststoffbecher über die Karnevalstage, aber sonst wollen sie ihr Bier aus dem Glas trinken." Sie selbst schmeckt keinen Unterschied: "Das ist eine Kopfsache." Aber ihre Cola trinkt sie am liebsten aus der Dose: "Ich brauche den Metallgeschmack!"
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