Helfende Hände in Düsseldorf: Wo Kinder in Flingern Hilfe finden
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 18.11.2010 - 09:00Düsseldorf (RPO). In Flingern stellen sich am Montag Montessori-Schüler in den Geschäften vor, die entlang ihres Schulwegs liegen und die sich mit einem großen Aufkleber als Anlaufstelle für Kinder in Schwierigkeiten kenntlich gemacht haben.
Die "Helfende Hand" ist gelb auf blauem Grund in Kinderaugen-Höhe an Türen und Schaufenster geklebt und zugleich Name eines Vereins, der auf eine Elterninitiative in Derendorf zurückgeht. Katrin Hegemann hatte vor einem Jahr von einem Projekt im südhessischen Darmstadt gehört und die Idee sofort übernommen. Mit Britta Dömges war sie damals in der Schulpflegschaft der katholischen St. Rochus-Schule, und gemeinsam haben die Frauen die Geschäfte abgeklappert, Sponsoren gesucht, Aufkleber und T-Shirts drucken lassen. Am Ende war sogar der seinerzeitige Ministerpräsident Jürgen Rüttgers begeistert und lobte die Initiative, die so einfach wie effektiv ist: Entlang der Wege nicht bloß zur Schule, sondern auch zum Spielplatz oder Musikunterricht bieten Geschäftsleute Kindern Schutz – etwa wenn's plötzlich regnet, irgendwo ein großer Hund auftaucht oder ein paar pöbelnde Jugendliche ihnen Angst einjagen. Die helfenden Hände reichen Pflaster oder Handtücher, haben tröstende Worte und für den ganz besonders ernsten Notfall die direkte Durchwahl zum Bezirksbeamten der Polizei.
Das Projekt fand so viel Resonanz, dass Hegemann inzwischen einen Verein gegründet hat, der die Helfenden Hände nun überall da installiert, wo Grundschulen sich dafür interessieren. Die Gemeinschaftsgrundschule in Kaiserswerth etwa hat nachgezogen, die Paul-Klee-Schule in der Innenstadt ist gerade bei den Vorbereitungen.
Mit dem Aktionstag in Flingern-Nord sollen die Kinder die Inhaber der Läden kennenlernen und sehen, wo sie künftig Hilfe finden können. Die meisten Händler würden zwar auch ohne Aufkleber helfen. Aber der nimmt Kindern die Scheu, einfach die Ladentür zu öffnen. Bezahlt hat Aufkleber und T-Shirts für die Kinder der Ergo-Konzern – "eine große Hilfe für den Verein", sagt Katrin Hegemann.
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