Personalkosten sollen gesenkt werden: Wöhrl will mit LTU schnell in die Gewinnzone
zuletzt aktualisiert: 07.03.2006 - 14:33Düsseldorf/München (dto). Der Düsseldorfer Ferienflieger LTU soll nach dem Willen seines neuen Hauptanteilseigners Hans Rudolf Wöhrl bald wieder in die Gewinnzone fliegen. Dem Unternehmen drohe 2006 ein Verlust von bis zu 60 Millionen Euro, sagte Wöhrl am Montagabend in München. Er wolle jedoch schon im laufenden Geschäftsjahr das Ergebnis um 45 Millionen bis 55 Millionen Euro verbessern, unter anderem durch Einsparungen bei den Personalkosten.
Medienberichten zufolge hat das Unternehmen im vergangenen Jahr Verluste von 41 Millionen Euro verbucht. Vor wenigen Wochen hatte der ehemalige Textilunternehmer einen 60-prozentigen Anteil an LTU erworben. Der Unternehmer hält auch die Mehrheit an dem Billigflieger dba. Er hatte im Juli 2003 die ehemalige Deutsche BA von British Airways zum symbolischen Preis von einem Euro erworben und als dba weitergeführt. dba ist nach der Lufthansa und Air Berlin die drittgrößte deutsche Fluggesellschaft. LTU ist die Nummer vier auf dem deutschen Markt für Charterflüge und schreibt seit Jahren rote Zahlen.
Die Ergebnisverbesserung bei LTU will Wöhrl durch Einsparungen bei den Personalkosten, Synergien zwischen dba und LTU sowie Umsatzsteigerungen erreichen. Zum Sommerflugplan 2007 soll die LTU dann nach einem neuen Konzept fliegen. Wöhrl stellt dabei Mittelstrecken im LTU-Netz zur Disposition. Dagegen sieht er sieht für die LTU ein Potenzial als globaler Billigflieger.
Ende 2007 will sich Wöhrl aus dem operativen Luftfahrtgeschäft zurückziehen. "Am 20. November 2007 mit meinem 60. Geburtstag ist für mich Schluss. Wenn es die LTU aber erfordert, mache ich noch ein paar Wochen länger", sagte Wöhrl.
Wöhrl ließ offen, ob er mit seinem Ausstieg aus dem operativen Geschäft auch seine Anteile an dba und LTU vollständig abgeben will. "Eine Abgabe der Mehrheit schließe ich nie aus", sagte er und kündigte an, dass LTU-Management "sehr kurzfristig" an der Düsseldorfer Airline zu beteiligen. "Dann ist die Mehrheit weg", sagte der Unternehmer in dem Grundgespräch.
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