Für Karfreitag: Worauf es beim Fischkauf ankommt
VON BIRGIT WANNINGER - zuletzt aktualisiert: 09.04.2009 - 08:10Düsseldorf (RPO). Karfreitag ist traditionell der Fischtag des Jahres. Dabei sind Rotbarsch, Kabeljau und Schellfisch nicht mehr die Renner, sondern Pangasius und Lachs. Der Kunde ist experimentierfreudiger geworden, bestätigen die Händler und werben mit einem großen Fischangebot.
Ob Aal oder Zander, morgen kommt in den meisten Haushalten Fisch auf den Tisch. Die großen Fischabteilungen in den Kaufhäusern und die Fischhändler sind vorbereitet und haben das Drei- und Vierfache an frischer Ware bestellt.
Dabei sind die Zeiten von Kabeljau und Rotbarsch zwar nicht vorbei, aber Konjunktur hat vor allem der Pangasius. Die "Seezunge für Arme" ist wesentlich preiswerter. Obwohl der Fisch einen weiten Weg zurückgelegt hat. Er wird in Vietnam gezüchtet und eingeflogen. Beim Kaufhof an der Kö gibt es Pangasius auch als Bio-Fisch (19,90 Euro kostet das Kilo). "Dann wird er unter anderen Bedingungen gezüchtet und hat mehr Platz im Becken", erklärt Stefan Marx von der Kaufhof-Fischtheke.
Bei Krichel im Carschhaus nennt sich der gleiche Fisch Schlankwels. "Im Gegensatz zum Allesfresser Pangasius wird der Wels vegetarisch ernährt und ist wesentlich feiner im Geschmack", sagt Volker Wend. Auch er hat heute die gesamte Fischpalette im Angebot – bis auf Rotbarsch. Krichel bestellt nicht am Großmarkt, sondern direkt vom Kutter, "und die Fischer haben in Island diese Woche keinen Rotbarsch gefangen", sagt Wend.
"Lachs und Steinbeißer werden gut laufen", prognostiziert Wend. Er hat allerdings die Erfahrung gemacht, dass die Kunden stärker aufs Geld schauen und am liebsten guten, preiswerten Fisch kaufen. Wer seinen Fisch besonders frisch haben möchte, der kann zum hiesigen Forellenzüchter gehen. Das Gut Landgraf zwischen Mettmann und Düsseldorf an der B 7 bietet lebende Forellen und Lachsforellen (Kilopreis 10,50/12,50 Euro). Da die Karpfen- und Forellenzucht sich noch im Aufbau befindet, bekommen sie für Gründonnerstag die Frischware allerdings geliefert.
Vom Tank kommen die Fische lebend in die Becken. Der Kunde kann sich seine Forellen dann persönlich aussuchen. "Karpfen gibt es auch – und frische Aale", sagt Landgraf-Pächter Guido Fischer, der auch Karfreitag geöffnet hat.
Das gilt auch für "Emma Fisch" – Laden und Restaurant in einem. "Seeteufel, Steinbutt, Lachs, Dorade, wir haben alles im Angebot. Und wir sind preiswert", betont Inhaber Fatih Sanli-Schauf, der die frische Seezunge für 22,50 Euro das Kilo verkauft, den Lachs gibt es bei ihm für 14,50 Euro das Kilo. Da der Laden erst seit drei Wochen geöffnet ist, hat er vorsichtshalber nur doppelt so viel wie üblich bestellt.
Udo Lenski, Leiter der Frischmarkt-Abteilung bei Karstadt, hat dagegen die fünf- bis sechsfache Menge bestellt, und zwar querbeet. "Die Kunden sind experimentierfreudiger geworden", sagt er. Thunfisch, Zander, Steinbeißer, alles komme Karfreitag auf den Tisch. Dann schwärmt von seinem Steinbeißer-Filet (14,90). Das Fleisch sei besonders aromatisch, fein und fettarm. Er empfiehlt, den Fisch in Folie zu garen. Dann hat er noch ein Rezept: die Pangasius-Pfanne. Austernpilze anbraten, pfeffern, salzen, ein wenig Rosmarin und den Fisch, in kleine Stücke geschnitten, hinzugeben – fertig.
Wer nicht selbst kochen möchte, bei Krichel gibt es Fast-Fertiggerichte (ab 4,90). Alle Zutaten – vom Fisch über Gemüse bis zur Sauce – müssen nur nach Anleitung Becher für Becher in die Pfanne gegeben werden. Das Gericht ist in drei bis fünf Minuten fertig.
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