Zweiter Sieg in Folge: World Team Cup: Chile gewinnt das Finale
zuletzt aktualisiert: 22.05.2004 - 16:23Düsseldorf (rpo). Das chilenische Tennisteam bleibt beim World Team Cup der ungeschlagene Weltmeister. Im Finale bezwangen die Südamerikaner ihren Gegner Australien.
Im Finale der Mannschafts-WM 2004 standen die Südamerikaner bei ihrem 2:1-Sieg gegen Australien bereits nach den beiden Einzeln als alter und neuer Champion fest und trugen sich damit als bisher einziges Team neben den USA (1984/85) zum zweiten Mal in Folge in die Siegerlisten ein. Die Australier, die das Turnier insgesamt dreimal und zuletzt 2001 gewannen, kassierten in ihrem neunten Düsseldorfer Finale die sechste Niederlage.
Der von der kleinen chilenischen Fangemeinde euphorisch gefeierte "San Fernando" Gonzalez brachte seine Mannschaft durch das 7:5, 6:2 gegen Lleyton Hewitt mit 1:0 in Führung und blieb damit auch in seinem achten Einzel in Folge beim Arag World Team Cup ungeschlagen. Anschließend sorgte Nicolas Massu mit dem 6:3, 6: 1 gegen Mark Philippoussis für die Entscheidung. Das Doppel Wayne Arthurs/Paul Hanley holte mit 6:4, 6:4 gegen Massu und Adrian Garcia den Ehrenpunkt für Australien. Die deutsche Mannschaft hatte sich nach einer insgesamt hervorragenden Leistung und nur einer Niederlage gegen Chile als Gruppenzweiter aus dem Turnier verabschiedet.
Das siegreiche Team kassierte 420.000 Euro, der unterlegene Finalist immerhin noch 270.000. Die US-Zwillinge Bob und Mike Bryan bekamen die 30.000 Euro Sonderprämie für das beste Doppel. Insgesamt kamen an den sieben Turniertagen mehr als 77.000 Zuschauer in den Rochusclub. Die geradezu unglaubliche Zahl von 60 Millionen Zugriffen verzeichnete die Homepage (www. arag-world-team-cup.de). Paul-Otto Faßbender, Vorstandsvorsitzender des Titelsponsors Arag, würdigte eine perfekte Veranstaltung: "Düsseldorf ist für uns das Juwel in der deutschen Tennis-Szene."
Gonzales legte Grundstein
Im Finale war es einmal mehr Fernando Gonzalez, der den Grundstein für den Erfolg seiner Mannschaft legte. Mit acht Einzel- und fünf Doppelsiegen ist er der erfolgreichste Teilnehmer in der Geschichte des Arag World Team Cups, nie zuvor hat ein Spieler 13 Matches bei dem Turnier gewonnen. Dennoch zählt ihn der unterlegene Lleyton Hewitt nicht zum engsten Favoritenkreis bei den French Open in Paris: "Der Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier bedeutet sieben Best-of-Five-Matches in zwei Wochen. Es wird sich zeigen, ob er das schafft, es ist jedenfalls eine ganz andere Hausnummer."
In der Form von Düsseldorf dürften auch Hewitt und sein Teamkollege Mark Philippoussis kaum für den Turniersieg in Roland Garros in Frage kommen. Hewitt zeigte zwar hin und wieder, warum er zwischenzeitlich die Nummer eins der Welt war, doch ist sein Spiel nach wie vor nicht unbedingt maßgeschneidert für Sandplätze. Philippoussis, dessen weibliche Fangemeinde per Spruchband eine Rolle in dem Hollywood-Epos "Troja II" für ihren Helden forderte, hatte vor allem im Finale wieder Probleme mit seiner lädierten rechten Schulter. Bei seiner Zweisatz-Niederlage gegen den derzeit besten Chilenen Nicolas Massu war der Australier ohne Chance.
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