SPD-Ratsfraktion hat entschieden: Wurm bleibt Fraktionschef
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 26.02.2007 - 21:24Düsseldorf (RPO). Mit 13 zu 11 Stimmen (eine Enthaltung) hat die Rats-SPD am Abend Günter Wurm wieder an ihre Spitze gewählt. Herausforderin Gudrun Hock, die den Fraktionsvorsitz an ihre OB-Kandidatur geknüpft hatte, unterlag.
Um 20.52 Uhr stand die Entscheidung fest - aus dem zweiten Wahlgang ging Günter Wurm als Sieger hervor. 13 Fraktionsmitglieder hatten für den 57-Jährigen gestimmt, elf für Gudrun Hock (48). Ein Mitglied enthielt sich seiner Stimme. Weil es im ersten Wahlgang zwei Enthaltungen gegeben hatte und Wurm mit zwölf Stimmen keine absolute Mehrheit hatte, mussten die Genossen ein zweites Mal an die Urne.
Gudrun Hock trug das Ergebnis mit Fassung: „Ich fühle mich erleichtert. Es ist eine Entscheidung, mit der ich voll leben kann.“ Ihre OB-Kandidatur sei damit allerdings erledigt. Günter Wurm betonte, auch weiterhin ein „guter Fraktionsvorsitzender“ sein zu wollen. Parteichef Peter Knäpper sagte, heute werde der Parteivorstand tagen und weitere Schritte entscheiden.
Vor der geheimen Abstimmung hatten Hock und Wurm noch einmal ihre Positionen klargemacht. Schließlich war die Fraktion seit mehreren Wochen, in denen Vertreter verschiedener Ortsvereine bei den Fraktionstreffen anwesend waren und versuchten, ihre jeweiligen Ratsleute in eine Richtung zu beeinflussen, zum ersten Mal unter sich. Zumindest fast, denn Parteichef Peter Knäpper hatte das Recht, an der Sitzung teilzunehmen.
Wurm machte in seiner Rede klar, dass die Fraktion keine Glaubensgemeinschaft sei, die darauf verweise, dass es im Jenseits besser werde. Man müsse Strategien und Themen jetzt umsetzen. Das ginge jedoch nur „in Geschlossenheit von Fraktion und Partei“. Damit spielte der 57-Jährige darauf an, dass die Parteispitze in den vergangenen Jahren die Fraktion und ihren Vorsitzenden Wurm immer wieder massiv kritisiert und sich zuletzt offen für Gudrun Hock ausgesprochen hatte. Im Gegensatz dazu habe sich die Fraktion ihm gegenüber stets loyal gezeigt. „Wir sind gut - und ich möchte weitermachen“, betonte Wurm, wie ein Fraktionsmitglied im Anschluss berichtete.
Gudrun Hock hingegen begründete noch einmal, weshalb sie es für erforderlich halte, als Spitzenkandidatin auch die Macht der Frakionsführung zu haben. Als Ziel betonte sie vor der Wahl, dass sie der Fraktion ein Profil geben wolle, das sich deutlich von den Position der CDU und der FDP unterscheide.
Wer wie gestimmt hat, lässt sich nur erahnen. Bis zuletzt hatten beide Lager mit Strichlisten versucht, den Ausgang zu prognostizieren.
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