Schelte von den Ex-Kollegen: Yimbous Austritt schlägt Wellen bei den Grünen
zuletzt aktualisiert: 02.05.2008 - 08:24Nun hat sich auch die Vorsitzende der NRW-Grünen, Daniela Schneckenburger, in die Affäre um den Austritt von Ratsmitglied Gilbert Yimbou bei den Grünen eingeschaltet. Unmissverständlich forderte sie ihn auf, sein Mandat zurückzugeben, wenn er aus Partei und Ratsfraktion austrete.
Der 59-jährige Gewerkschafter Yimbou hatte in der vergangenen Woche erklärt, er wolle die grüne Arbeits- und Sozialpolitik nicht länger mittragen. Schneckenburger bedauerte, dass er ihr den Austritt und seine Kritik an den Beschlüssen des Parteitags nicht mitgeteilt hatte. Sie betonte, dass sie weder Grund noch Berechtigung für den Austritt sehe. Wenn Gilbert Yimbou nicht bereit sei, weiter in der Fraktion mitzuarbeiten, müsse er sein Ratsmandat zurückgeben.
Scharfe Töne schlug auch Parteichefin Mona Neubaur an: „Es ist traurig, dass Gilbert Yimbou sich als jemand entpuppt, der ausschließlich seinem eigenen Interesse zu folgen scheint. Dies entspricht nicht den politischen Interessen, für die er 2004 auf die grüne Ratsliste gewählt wurde.“
Als bitter empfindet sie, dass zwei Mitarbeiter der Geschäftsstelle ihren Arbeitsplatz verlieren. Grund ist, dass die Fraktion mit dem Austritt Yimbous auf neun Sitze sinken würde. Dadurch fallen dann in der Geschäftsstelle 1,5 Stellen weg; den Mitarbeitern gingen die Kündigungen bereits zu. „Das ist kein gutes Zeichen eines Gewerkschafters zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit“, betonte Neubaur.
Die Jungen Grünen werfen Yimbou gar „Verlogenheit“ vor. Um seine Glaubwürdigkeit als Arbeitnehmervertreter zu retten, müsse er sein Mandat heute zurückgeben.
Auf ihrer Internetseite hat die grüne Ratsfraktion Gilbert Yimbou bereits durchgestrichen.
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