Flughafen: Zahl der Nachtflüge sinkt
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 19.11.2009 - 07:48Düsseldorf (RPO). Regierungspräsident Jürgen Büssow (SPD) ist für die Genehmigung zuständig, wenn nachts Flugzeuge landen oder starten wollen. Lärmgeplagte Anwohner meinen, deren Zahl steigt an. Dem widerspricht er und beteuert, jeden Fall zu prüfen – und Wiederholungstäter zu bestrafen.
Dem Vorwurf von Lärmschutz-Initiativen im Umfeld des Flughafens, die Zahl von Nachtflügen steige weiter an, hat Regierungspräsident Jürgen Büssow (SPD) gestern widersprochen. Im Gegenteil: Die Starts und Landungen seien nach 22 Uhr in 2009 erheblich zurück gegangen.
Nach Aussagen des Regierungspräsidenten sank die Zahl der Nacht-Starts um 60, die der Landungen um 43 Prozent. Die Entwicklung der vergangenen drei Jahre: 2007 gab es 356 Anträge auf verspätete Starts und Landungen, 66 wurden abgelehnt. 2008 waren es 349, verweigert wurden 102, in 2009 waren es bis zum 16. November 157, nicht gewährt wurden 76.
Büssow hatte Vertreter der Anti-Fluglärm-Initiativen zu sich eingeladen, um eine verbesserte Transparenz zu demonstrieren. Er erklärte aber auch, dass er sich der besonderen Problematik bewusst sei.
Die Lage: So genannte Home-Carrier wie Air Berlin, LTU, Condor und Lufthansa dürfen, ohne um eine Genehmigung zu bitten, immer bis 24 Uhr landen.Wollen sie nach 22 Uhr starten, brauchen sie eine Genehmigung. Andere Airlines müssen grundsätzlich anfragen, wenn sie zwischen 22 Uhr und sechs Uhr landen oder gar starten wollen. Für Propeller-Maschinen bis neun Tonnen gilt das nicht, sie dürfen rund um die Uhr starten und landen.
Die Bürgerinitiativen werfen nun verschiedenen Luftfahrtgesellschaften, vor allem den Home-Carriern, vor, bewusst die Nachtflugregelung zu nutzen. Da sie wissen, dass sie bis 24 Uhr runter kommen dürfen, werde das praktisch eingeplant und umgesetzt, sagte gestern Initiativen-Sprecher Christoph Lange. Dass dies für die Anlieger eine große Belastung sei, würde er gern NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper im persönlichen Gespräch erläutern, aber der reagiere nicht auf entsprechende Bitten. Auf jeden Fall fordere man eine ungestörte Nachtruhe für sieben Stunden, also von 23 Uhr bis 6 Uhr oder zumindest 50 ausnahmefreie Nächte. Davon jedoch sei man weit entfernt.
Lange meint weiter, Nachtflüge schaden allen, auch dem Flughafen. Denn der muss für die Nachzügler seinen gesamten Apparat vorhalten. Er, Lange, sei aber davon überzeugt, dass der Flughafen von bestimmten Airlines unter Druck gesetzt werde, wenn solche Flüge nicht mehr möglich seien.
Büssow betonte, man beobachte das Verhalten der Fluggesellschaften sehr genau. Wenn man den Eindruck habe, die Regelungen würden ausgenutzt und praktisch zum Normalfall gemacht, schreite man ein, verwarne und sorge dafür, dass Bußgelder erhoben werden.
Der Fluglärmbeauftragte des Regierungspräsidenten, Ulf Klinger, erklärte, manchmal kämen die Anfragen nach Sondergenehmigungen kurz vor der Landung. Auf jeden Fall achte man darauf, "planmäßige" Verspätungen nicht zu dulden.
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