Ex-Fußballer wegen Vorbereitung für Attentat zu Haft verurteilt: Zehn Jahre Haft für Ex-Fortuna-Spieler
zuletzt aktualisiert: 30.09.2003 - 16:04Brüssel (dpa). Der frühere Fußballprofi und Fortuna Spieler Nizar Trabelsi ist wegen der Vorbereitung eines Terroranschlags in Belgien zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Brüssel befand den 32 Jahre alten Tunesier für schuldig, ein Attentat auf die belgische Militärbasis Klein-Brogel geplant zu haben. Trabelsi hatte gestanden, den Anschlag nach einem Treffen mit dem El-Kaida-Führer Osama bin Laden in Afghanistan vorbereitet zu haben.
Trabelsi wurde zwei Tage nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington in einer Brüsseler Wohnung festgenommen, bevor er die geplante Tat ausführen konnte. Trabelsi gehörte früher zum Kader von Fortuna Düsseldorf, bestritt aber nie ein Bundesliga-Spiel.
Trabelsi räumte im Laufe des viermonatigen Prozesses gegen insgesamt 23 Angeklagte auch eine persönliche Bekanntschaft zu El-Kaida-Führer Osama Bin Laden ein. Auf dem von Trabelsi und seinen Komplizen ins Visier genommenen US-Stützpunkt Kleine Brogel waren zum Zeitpunkt der Verhaftung 100 Militärs stationiert und unbestätigten Berichten zufolge auch Atomwaffen gelagert. Neben ihm waren 22 noch Beschuldigte angeklagt, von denen sechs nicht vor Gericht erschienen. Fünf Angeklagte wurden freigesprochen. Die anderen wurden zu Haftstrafen zwischen zwei Jahren mit Bewährung und zehn Jahren verurteilt.
Der Angeklagte Tarek Maarufi, der von der Anklage als zentrale Figur des radikalen Islamismus in Belgien und Europa angesehen wird, wurde zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm wurde neben der Vorbereitung des Attentats in Klein-Brogel vorgeworfen, die Entsendung von Dschihad-Kämpfern nach Afghanistan organisiert zu haben. Diese Verbindung nutzten nach Erkenntnis des Gericht die beiden Selbstmord-Attentäter, die den Militärführer der afghanischen Nordallianz, Ahmed Schah Massud, am 9. September 2001 töteten.
Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft für Maarufi gefordert, der bereits 1995 in Brüssel wegen seiner Verbindungen zur algerischen Untergrund-Organisation GIA zu drei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden war. Abdelkrim El-Hadduti, der Bestandteile für den Bau von Trabelsis Bombe beschafft hatte, bekam eine Haftstrafe von fünf Jahren.
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