Rheinbahnstreik schon am Mittwoch?: Zeichen stehen auf Streik
zuletzt aktualisiert: 19.02.2008 - 17:53Düsseldorf (RPO). Der Arbeitskampf im öffentlichen Dienst weitet sich aus: Am Dienstag legten die Mitarbeiter in Stadtverwaltung und Kindertagesstätten die Arbeit nieder. Spätestens Freitag streikt auch die Awista. Bei der Rheinbahn soll es am Mittwoch oder Donnerstag losgehen.
Der Arbeitskampf im öffentlichen Dienst weiter sich aus und könnte schon am Freitag ganz konkrete Folgen für die Bürger haben: Stillstand im öffentlichen Nahverkehr und überfüllte Mülltonnen. Während bei der Awista schon klar ist, dass am Freitag gestreikt wird und die Arbeiter mit einer Kundgebung vor der Hauptverwaltung ihren Unmut demonstrieren, wollte sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über den genauen Streikbeginn bei der Rheinbahn noch nicht äußern. Nach Rheinbahn-Angaben vom Dienstagabend sei am Mittwoch oder Donnerstag mit Streikbeginn zu rechnen und nicht, wie ursprünglich gemeldet, erst am Freitag.
Dienstag aber trifft der Tarifstreit zunächst Eltern, deren Nachwuchs in städtischen Kindertagesstätten betreut werden. Um 13.30 Uhr legen viele Erzieherinnen und Erzieher städtischer Kitas die Arbeit nieder, um ab 14 Uhr an einer Kundgebung am Rathaus teilzunehmen. Damit wollen sie ihrem Unmut über das Tarif-Angebot der kommunalen Arbeitgeberverbände Ausdruck verleihen. Die Gewerkschaft fordert acht Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr Gehalt. Die Arbeitgeber bieten fünf Prozent - verteilt auf zwei Jahre - und wollen zugleich die Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden aufstocken.
Eine Erzieherin etwa, die neu eingestellt wird, verdiene derzeit brutto nur 1960 Euro. „Soziale Arbeit ist mehr wert“, so Jürgen Mertin, bei Verdi zuständig für den Gemeindebereich. Verdi geht davon aus, dass sich 30 bis 50 Prozent der 106 städtischen Kitas mit bis zu 200 Erziehern an Streik und an Kundgebung beteiligen werden. Obwohl die Eltern in 10.000 Briefen vorab über den Streik informiert wurden, bedeutet er für viele vor allem eins: Stress. Sie müssen ihre Kinder rechtzeitig aus der Kita abholen. Jörg-Thomas Alvermann, Vorsitzender des Stadtelternrates, hat Verständnis für die Erzieher, gibt aber zu bedenken: „Das System der Kinderbetreuung ist ein extrem empfindliches Gebilde. Viele Eltern sind darauf angewiesen, dass es funktioniert.“
Die Stadt bietet daher einen Notdienst an. Wer eine Betreuung nicht sicherstellen könne, solle sich bereits morgens an die Kita-Leitung wenden, rät Sozialdezernent Burkhard Hintzsche. Auch die Gewerkschaft beruhigt: „Der Warnstreik ist erst mal ein Signal und soll nicht auf dem Rücken der Eltern und Kinder ausgetragen werden“, betont Düsseldorfs Verdi-Geschäftsführer Gustav Wilden.
Auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind für heute zum Warnstreik aufgerufen. Der Aufruf richte sich zwar an alle kommunalen Angestellten, so Verdi-Sekretär Mertin, den Schwerpunkt bildeten jedoch die technischen Bereiche der Verwaltung. Betroffen seien das Amt für Verkehrsmanagement, das Gartenamt, die Stadtentwässerung und das Technische Rathaus Brinckmannstraße.
Mertin erwartet zur Kundgebung von 8.30 bis 10 Uhr Mitarbeiter „in sehr stattlicher Anzahl“. Dramatische Auswirkungen für die Bürger seien nicht zu erwarten.
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