Ausstellung im museum kunst palast: "Zeromanie" am Ehrenhof
VON VASSILIOS KATSOGRIDAKIS - zuletzt aktualisiert: 10.04.2006 - 14:55Düsseldorf (dto). „Zero ist der Anfang. Zero ist schön. 4, 3, 2, 1, Zero“, schallt es am Samstagabend durch Lautsprecher über den Ehrenhof. Pünktlich zur Eröffnung der Ausstellung „Zero - Internationale Künstleravantgarde der 50er/60er Jahre“ im museum kunst palast greift das Zero-Fieber um sich. Mehr als tausend geladene Gäste hatten schon einen Tag vor der Ausstellungseröffnung die Möglichkeit, einen Blick auf Zero-Kunst zu werfen und sich von der „Zeromanie“ anstecken zu lassen.
„Ja, ich träume von einer besseren Welt. Sollte ich von einer schlechteren träumen? Ja, ich wünsche mir eine weitere Welt, sollte ich mir eine engere wünschen?“, zitierte am Samstagabend Museumsdirektor Jean-Hubert Martin den Künstler Otto Piene, der gemeinsam mit den Künstlern Heinz Mack und Günther Uecker in den 1950er Jahren die Künstlergruppe Zero ins Leben rief. Die junge Künstlergeneration startete von Düsseldorf aus und entwickelte sich zu einem internationalen Netzwerk, das die traditionellen Ausdrucksmöglichkeiten von Kunst über Bord warf. „Ein zentrales Anliegen von Zero war, sich nicht von festgelegten Normen einengen zu lassen“, sagte Jean-Hubert Martin in der Eröffnungsrede.
Als Gestaltungsmittel verwendeten die Zero-Künstler nicht mehr ausschließlich Farbe, sondern auch Elemente wie Feuer, Wasser, Licht und Rauch sowie technische und industrielle Werkstoffe wie Nägel, Aluminiumplatten, Glas, Spiegel und Leuchtkörper. Aus der engen Welt der Kunst, entwickelte sich eine weite, die den Ausstellungsgast einbezieht. „Kunst soll aktiv erlebt und nicht nur passiv betrachtet werden“, erklärte Martin im Robert-Schumann-Saal vor über tausend geladenen Gästen und zahlreich erschienenen Künstler. Neben den Werken der Düsseldorfer Künstlergemeinschaft um Mack, Piene und Uecker, zeigt die Ausstellung in vier Hallen 250 Gemälde, Plastiken, Objekte, Installationen und Environments von 48 europäischen und japanischen Künstlern.
„Die Kollegen aus Düsseldorf haben sich viel Mühe gegeben und eine klasse Ausstellung auf die Beine gestellt“, erklärt Christof Hierholzer. Der Museumstechniker reiste extra aus Karlsruhe an, um sich ein Bild von der Ausstellung zu machen. Auch jüngere Museumsgäste, wie Lucas (sieben Jahre alt) und sein sechsjähriger Freund Stefan zeigten sich begeistert von den ungewöhnlichen Ausstellungsobjekten. Vor allem Ueckers Nagel-Bilder haben es den beiden angetan. Während viele Erwachsene voller Ehrfurcht die Kunstwerke umkreisen und aus der Ferne betrachten, haben die zwei Jungs keine Berührungsängste mit den Zero-Installationen. Sie drücken auf Knöpfe, warten gespannt darauf, dass etwas passiert und beweisen, dass Kunst auch in jungen Jahren viel Spaß machen kann.
Annelise Köpf und Gudrun Schmidt haben am Samstagabend nicht mit so einen großen Andrang gerechnet. „Wir waren schon auf einigen Ausstellungseröffnungen, aber diese heute übertrumpft alles, was wir bisher erlebt haben“, erklären die Kölnerinnen. „Es ist hier so voll und warm, dass man sich die Ausstellung nur im Schnelldurchgang anschauen kann. Wir werden in den nächsten Wochen bestimmt die Gelegenheit nutzen und uns an einem anderen Tag alles in Ruhe anschauen“, so Schmidt.
Wer sich ebenfalls vom Zero-Fieber anstecken lassen will, kann dies bis zum 9. Juli im museum kunst palast. Die Ausstellung wird von zahlreichen Aktionen wie dem Zero-Labor (Sonderprogramm für Kinder), der Jungen Nacht oder Symposien begleitet.
„ZERO, Internationale Künstleravantgarde der 50er/60er Jahre“, museum kunst palast, Ehrenhof 4-5; 9.April bis 9.Juli, täglich 11-18 Uhr, montags geschlossen, Eintritt: 10 Euro (erm. 7,50 Euro)
- Veranstaltungen:
Immer sonntags, 15 Uhr: Zero-Labor für Kinder zwischen 6 und 12 - 22. April: Zero – Junge Nacht (Organistisiert von Studenten)
- 20. Mail: Aufbruch zu einer neuen Kunst (Symposion)
- 08. Juni: Zero-Dialoge
- 17. Juni: Symposion und Zero-Fest. Mit Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker
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