Ausstellung im Filmmuseum: Zum 100. Geburtstag von Billy Wilder
zuletzt aktualisiert: 30.10.2006 - 14:00Er realisierte unvergängliche Filmklassiker wie "Das Appartement", "Manche mögen's heiß" oder "Das verflixte siebte Jahr". Am 22. Juni wäre Billy Wilder 100 Jahre alt geworden. Mit Fotos, Plakaten und weiteren Exponaten erinnert das Filmmuseum in einer kleinen Studioausstellung an den berühmten Regisseur und Drehbuchautor. Die Ausstellung ist vom 31. Oktober bis 10. Dezember zu sehen.
Billy Wilder wurde am 22. Juni 1906 in Sucha (ehemals Galizien/Österreich-Ungarn) als Sohn jüdischer Eltern geboren. Bereits damals nannte ihn seine amerikabegeisterte Mutter als Reminiszenz an Buffalo Bill "Billie". Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog die Familie ins damals sichere Wien um, wo Wilder nach dem Abitur als Reporter zu arbeiten begann.
1924 kam er nach Berlin. Hier lernte er Intellektuelle und Filmschaffende wie Remarque, die Brüder Siodmak und den Drehbuchautor Carl Mayer kennen. Mayer verschaffte ihm den Einstieg in die Filmbranche: Mit "Der Teufelsreporter" begann 1929 seine Karriere als Drehbuchautor. Seinen Durchbruch schaffte er 1930 mit "Menschen am Sonntag". 1933 flüchtete er nach dem Reichstagsbrand nach Paris. Hier gab er mit "Mauvaise Graine" 1933 sein Regie-Debut.
Im amerikanischen Exil gelang ihm eine Ausnahmekarriere. Für sein großes Vorbild Ernst Lubitsch schrieb er 1939 mit am Drehbuch von "Ninotschka". Seinen ersten Regie-Oscar erhielt er 1945 für "The Lost Weekend". Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam er als "Filmoffizier" der US-Army nach Deutschland, um 1945 die Montage der KZ-Dokumentation "Die Todesmühlen" zu beaufsichtigen. Seine eigene Familie war in Auschwitz ermordet worden.
Auf seine einstige Heimat Berlin warf er 1947/48 in der Nachkriegssatire "A Foreign Affair" mit Marlene Dietrich einen sarkastischen Blick. Auch seine neue Heimat Hollywood verschonte er 1950 mit "The Sunset Boulevard" nicht. Zu seinen Klassikern gehören "The Seven Year Itch" (1955), "Some Like it Hot" (1959) - beide mit Marilyn Monroe - und "The Apartment" (1960), gekrönt mit drei Oscars. Seine 1961 gedrehte Satire über den Kalten Krieg, "One, Two, Three", avancierte erst später zum Klassiker, weil der Berliner Mauerbau die Aufführungen überschattete.
Billy Wilder etablierte 1965/66 mit "The Fortune Cookie" das legendäre Komiker-Duo Jack Lemmon und Walter Matthau, das 1981 auch in seiner letzten Regiearbeit "Buddy, Buddy" auftrat. Insgesamt wurde Billy Wilder 21-mal für den Oscar nominiert, den er sechsmal gewann. Er starb am 28. März 2002 in Beverly Hills.
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